{"id":2804,"date":"2017-07-25T10:23:11","date_gmt":"2017-07-25T09:23:11","guid":{"rendered":"http:\/\/fh-waltrop.de\/?p=2804"},"modified":"2017-07-25T10:23:11","modified_gmt":"2017-07-25T09:23:11","slug":"keine-mehrheit-populismus-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/keine-mehrheit-populismus-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Keine Mehrheit: Populismus in Deutschland"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\">STUDIE ZUR BUNDESTAGSWAHL 2017<\/div>\n<div align=\"center\"><span style=\"font-size: x-large;\"><b>Populistische Einstellungen sind bei deutschen<br \/>\nW\u00e4hlern nicht mehrheitsf\u00e4hig<\/b><\/span><\/div>\n<div align=\"center\"><b>Sp\u00e4testens seit der Wahl von Donald Trump ist f\u00fcr viele Beobachter ein \u201eZeitalter des Populismus\u201c angebrochen. Aber was ist Populismus und wie populistisch sind die Deutschen? Eine Studie der Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wie populistisch die Wahlberechtigten in Deutschland eingestellt sind und welche Auswirkungen das auf ihr Wahlverhalten und den Parteienwettbewerb vor der Bundestagswahl 2017 hat.<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_410\" aria-describedby=\"caption-attachment-410\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"410\" data-permalink=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/ein-jahr-pegida-freie-berichterstattung-unmoglich\/rolandgeisheimer_20151019_pegida_12_web\/\" data-orig-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web.jpg\" data-orig-size=\"1280,853\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Roland Geisheimer \/ attenzione&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon EOS 5D Mark III&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Solange es hell ist, beschr\\u00e4nlen sich die Pegida-Anh\\u00e4nger noch auf verbale Entgleisungen.&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1445276387&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;Roland Geisheimer \/ attenzione&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;40&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.004&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Foto (c): Roland Geisheimer&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web-1024x682.jpg\" class=\"size-large wp-image-410\" src=\"http:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"682\" srcset=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web-300x200.jpg 300w, https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/RolandGeisheimer_20151019_Pegida_12_web.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-410\" class=\"wp-caption-text\">Foto (c): Roland Geisheimer<\/figcaption><\/figure>\n<p><u>G\u00fctersloh, 25. Juli 2017<\/u>. Grundlegend systemablehnende und anti-pluralistische Einstellungen sind in Deutschland nicht mehrheitsf\u00e4hig. Zwar sind knapp 30 Prozent populistisch eingestellt. Doch die Mehrheit der deutschen W\u00e4hler lehnt populistische Positionen ab (36,9 Prozent) oder stimmt ihnen nur teilweise zu (33,9 Prozent). Auffallend ist zudem, dass die Populisten in Deutschland eher moderate und keine radikalen Ansichten vertreten. Sie lehnen die Institutionen der Demokratie oder der EU nicht grunds\u00e4tzlich ab, sondern kritisieren ihr Funktionieren. Dar\u00fcber hinaus sind populistische Positionen f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit aller Wahlberechtigten nicht wahlentscheidend. \u201eVon einer \u201aStunde der Populisten\u2019 ist das politische Klima vor der Bundestagswahl weit entfernt\u201c, fasst Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Bertelsmann Stiftung die Ergebnisse der Studie zusammen, die er gemeinsam mit Christopher Wratil (Universit\u00e4t zu K\u00f6ln) verfasst hat.<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div>F\u00fcr die Studie wurden in drei repr\u00e4sentativen Umfragen zwischen 2015 und 2017 jeweils mehr als 1.600 Wahlberechtigte interviewt. Ihre Ergebnisse sind repr\u00e4sentativ f\u00fcr die wahlberechtigte Bev\u00f6lkerung in Deutschland.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Populistisch eingestellte W\u00e4hler gibt es zwar \u00fcber alle Parteigrenzen hinweg. Es zeigt sich jedoch eine soziale Spaltung: Je geringer der formale Bildungsstand und je niedriger das Einkommen, desto weiter verbreitet sind populistische Einstellungen. Bei Personen, die maximal \u00fcber einen Hauptschulabschluss und ein durchschnittliches Monatseinkommen unterhalb von 1.500 Euro verf\u00fcgen, sind populistische Einstellungen am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt. Aufgrund ihres sozialen Profils sind deshalb auch Nichtw\u00e4hler (36,4 Prozent der Nichtw\u00e4hler) h\u00e4ufiger populistisch eingestellt als W\u00e4hler (26,3 Prozent der W\u00e4hler).<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Je radikaler die Positionierung, desto geringer die Zustimmung der W\u00e4hler<\/b><\/div>\n<div>In ihrer Auspr\u00e4gung bleiben die populistischen Einstellungen in Deutschland jedoch eher moderat. So bef\u00fcrworten mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der populistisch eingestellten W\u00e4hler die Mitgliedschaft in der EU und 85 Prozent unterst\u00fctzen die Demokratie als politisches System. Jedoch kritisieren \u00fcber drei Viertel (79 Prozent) von ihnen, dass die EU-Integration zu weit gegangen sei und eine knappe Mehrheit (52 Prozent) ist mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland \u201eeher nicht\u201c oder \u201e\u00fcberhaupt nicht\u201c zufrieden. \u201ePopulisten in Deutschland sind h\u00e4ufig entt\u00e4uschte Demokraten, aber keine radikalen Feinde der Demokratie. Im Vergleich zu den USA und Frankreich zeigt sich vor allem, dass in Deutschland die Kritik am politischen Establishment deutlich schw\u00e4cher ausgepr\u00e4gt ist\u201c, so Vehrkamp.<\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div>Auch im Hinblick auf die W\u00e4hlermobilisierung zeigt sich: Je zugespitzter und systemkritischer die Positionen zu Sachthemen sind, desto st\u00e4rker sinkt die Zustimmung bei der W\u00e4hlerschaft. Bei Wahlkampfthemen wie \u201aEuropa\u2019 oder \u201aGlobalisierung und Freihandel\u2019 zahlt sich eine Ann\u00e4herung an radikal-populistische Positionen f\u00fcr die Parteien laut Studienautoren nicht aus. Systembejahende Positionen hingegen k\u00f6nnen die Zustimmungswerte steigen lassen. Die radikale Forderung nach einer \u201eEntmachtung der Eliten\u201c wirkt sich sogar negativ auf die Wahlchancen aus (minus 12 Prozentpunkte). Im Gegenzug k\u00f6nnen Kandidaten durch pro-europ\u00e4ische Positionen bei allen Wahlberechtigten punkten (plus 19 Prozentpunkte).<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Fl\u00fcchtlingspolitik ist wichtigster Treiber f\u00fcr Rechtspopulismus in Deutschland<\/b><\/div>\n<div>Das Thema, mit dem sich die Populisten in Deutschland derzeit am st\u00e4rksten mobilisieren lassen, ist die Fl\u00fcchtlingspolitik: \u201cDas Mobilisierungsprofil der stark populistisch eingestellten AfD-W\u00e4hler ist so einseitig fokussiert wie bei keiner anderen Partei\u201c, so Robert Vehrkamp. Mit Positionen, die sich klar zur Abschiebung von \u201esehr vielen Fl\u00fcchtlingen\u201c bekennen, l\u00e4sst sich die Zustimmung bei AfD-W\u00e4hlern deutlich steigern (plus 51 Prozentpunkte). Die Anh\u00e4nger der anderen Parteien lassen sich durch fl\u00fcchtlingsfeindliche Positionen jedoch nicht mobilisieren. Bei ihnen findet der Kurs einer moderaten und kontrollierten Einwanderung von Fl\u00fcchtlingen die meiste Zustimmung.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Auch der Zusammenhang zwischen populistischen Einstellungen und Parteipr\u00e4ferenzen wurde in der Studie untersucht. Die Partei mit den unpopulistischsten W\u00e4hlern ist die CDU. Sie erreicht bei den nicht-populistischen W\u00e4hlern eine Zustimmung von bis zu 60 Prozent, aber nur weniger als 20 Prozent unter den Populisten. Die SPD ist laut Studie in beiden Lagern etwa gleich stark vertreten. Die W\u00e4hlerschaft der AfD hingegen ist nach den Ergebnissen der Studie eindeutig rechtspopulistisch. Bei W\u00e4hlern mit ausgepr\u00e4gt rechtspopulistischer Verortung erzielt sie mit rund 60 Prozent ihre h\u00f6chsten Zustimmungswerte.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>STUDIE ZUR BUNDESTAGSWAHL 2017 Populistische Einstellungen sind bei deutschen W\u00e4hlern nicht mehrheitsf\u00e4hig Sp\u00e4testens seit der Wahl von Donald Trump ist f\u00fcr viele Beobachter ein \u201eZeitalter des Populismus\u201c angebrochen. Aber was ist Populismus und wie populistisch sind die Deutschen? 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