{"id":3465,"date":"2017-11-16T10:54:20","date_gmt":"2017-11-16T09:54:20","guid":{"rendered":"http:\/\/fh-waltrop.de\/?p=3465"},"modified":"2017-11-16T10:54:20","modified_gmt":"2017-11-16T09:54:20","slug":"erholung-am-arbeitsmarkt-verbessert-soziale-gerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/erholung-am-arbeitsmarkt-verbessert-soziale-gerechtigkeit\/","title":{"rendered":"Erholung am Arbeitsmarkt verbessert soziale Gerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\"><\/div>\n<div style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><b>Die Talfahrt an den Arbeitsm\u00e4rkten in Europa ist gestoppt: Fast zehn Jahre nach Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 zeichnet sich nun eine Trendwende ab, die sich auch positiv auf die soziale Gerechtigkeit auswirkt. Wie sich die Teilhabechancen in Europa entwickelt haben, zeigt der aktuelle Social Justice Index 2017.<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"1198\" data-permalink=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/informationen-fur-arbeitgeber-zur-beschaftigung-von-fluchtlingen\/_dsc2475\/\" data-orig-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475.jpg\" data-orig-size=\"1936,1296\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;5.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;NIKON D200&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1150955430&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;17&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;100&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.008&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"_DSC2475\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475-300x201.jpg\" data-large-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475-1024x685.jpg\" class=\"alignleft size-full wp-image-1198\" src=\"http:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475.jpg\" alt=\"\" width=\"1936\" height=\"1296\" srcset=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475.jpg 1936w, https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475-300x201.jpg 300w, https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/DSC2475-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1936px) 100vw, 1936px\" \/><\/div>\n<div><span style=\"font-size: small;\"><u>G\u00fctersloh, 16. November 2017<\/u>. In der EU zeigt sich ein Aufw\u00e4rtstrend hinsichtlich der sozialen Gerechtigkeit. Hauptreiber f\u00fcr die verbesserten Teilhabechancen ist laut dem aktuellen Social Justice Index 2017 eine sp\u00fcrbare Erholung der Arbeitsm\u00e4rkte. Die Arbeitsmarktdaten haben sich in 26 von 28 EU-Staaten gegen\u00fcber dem Vorjahr verbessert. Im EU-Durchschnitt ist die Arbeitslosigkeit 2016 auf 8,7 Prozent gesunken. Im Jahr 2013, dem H\u00f6hepunkt der sozialen Krise, waren es noch 11 Prozent. Doch die Erholung in Sachen sozialer Gerechtigkeit verl\u00e4uft in zwei Geschwindigkeiten: Die Kluft zwischen Nord- und S\u00fcdeuropa ist weiterhin gro\u00df. Gerade in S\u00fcdeuropa sind Kinder und Jugendliche noch \u00fcberdurchschnittlich stark von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. Deutschland geh\u00f6rt wirtschaftlich gesehen zu den absoluten Spitzenreitern. Die Autoren kritisieren hierzulande jedoch Defizite bei der Bek\u00e4mpfung des Armutsrisikos und bei der Verbesserung der Bildungsgerechtigkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Mit dem Social Justice Index untersucht die Bertelsmann Stiftung seit 2008 j\u00e4hrlich die Teilhabechancen in der EU anhand von sechs Dimensionen: Armutsvermeidung, Arbeitsmarkt, Bildung, Gesundheit, Nicht-Diskriminierung und Generationengerechtigkeit. Am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt sind sie laut Index in den skandinavischen L\u00e4ndern D\u00e4nemark, Schweden und Finnland. Griechenland bleibt, trotz leichter Verbesserungen, das Schlusslicht. Der positive Trend der aktuellen Erhebung l\u00e4sst sich insbesondere an wesentlichen Arbeitsmarktindikatoren ablesen: Zwei Drittel (66,6 Prozent) der erwerbsf\u00e4higen EU-B\u00fcrger haben mittlerweile einen Job (2013: 64,1 Prozent). Erfreulich ist zudem, dass sich der Aufw\u00e4rtstrend auch auf die Krisenl\u00e4nder erstreckt. Jedoch sind die Zahlen insgesamt dort immer noch besorgniserregend: In Griechenland ist die Arbeitslosigkeit von 27,7 (2013) auf 23,7 Prozent (2016), in Spanien von 26,2 auf 19,7 Prozent gesunken. Auch die Jugendarbeitslosigkeit in S\u00fcdeuropa ist leicht zur\u00fcckgegangen. Dennoch ist in Griechenland, dem Schlusslicht in dieser Kategorie, noch fast die H\u00e4lfe der erwerbsf\u00e4higen Jugendlichen arbeitslos (2016: 47,3 Prozent, 2013: 58,3 Prozent). Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 7,1 Prozent. \u201eEU-weit ist nun politische F\u00fchrung gefragt. Sie muss einen verl\u00e4sslichen Rahmen schaffen, sodass alle vom Aufw\u00e4rtstrend profitieren k\u00f6nnen. Vor allem die Jugendlichen d\u00fcrfen nicht alleine gelassen werden\u201c, so Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><b>Armutsrisiko sinkt, Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle bleibt<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Infolge des positiven Besch\u00e4ftigungstrends hat auch das Risiko leicht abgenommen, von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen zu sein: Waren zum H\u00f6hepunkt der Wirtschafts-krise in den Jahren 2012\/2013 noch 24,7 Prozent der EU-Bev\u00f6lkerung von Armut bedroht, sind es laut aktuellem Index noch 23,4 Prozent. Dies entspricht allerdings immer noch rund 117,5 Millionen Menschen. Zudem treten einige der s\u00fcdlichen Krisenstaaten weiterhin auf der Stelle: In Griechenland sind noch immer 35,6 Prozent der Bev\u00f6lkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, in Spanien 27,9 und in Italien 28,7 Prozent. Zum Vergleich: In D\u00e4nemark, Finnland und Tschechien \u2013 den drei bestplatzierten in Sachen Armutsvermeidung \u2013 betr\u00e4gt der entsprechende Anteil lediglich zwischen 13,3 und 16,7 Prozent. F\u00fcr bestimmte gesellschaftliche Gruppen wie Kinder und Jugendliche ist das Risiko nochmals deutlich h\u00f6her: Rund 25 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (EU: 26,5 Prozent) sind in Europa von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht. In L\u00e4ndern wie Griechenland und Spanien, liegt dieser Anteil trotz eines leichten R\u00fcckgangs noch immer bei 37,5 bzw. 32,9 Prozent. Allerdings ist zu erwarten, dass sich die Kluft zwischen Nord- und S\u00fcdeuropa, bei einer anhaltenden Erholung der Arbeitsm\u00e4rkte, zuk\u00fcnftig verringern wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">In der Mehrheit der Mitgliedstaaten zeigen sich im Vergleich zu den letzten Jahren auch Verbesserungen der Bildungschancen. So ist etwa der Anteil von Sch\u00fclern, die vorzeitig die Schule verlassen haben, EU-weit gesunken: von 14,7 Prozent im Jahr 2008 auf 10,7 Prozent 2016.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><b>Deutschland: starker Arbeitsmarkt,\u00a0 aber kaum Verbesserung der Teilhabechancen<\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Deutschland geh\u00f6rt, wie auch in den vergangenen Jahren zur erweiterten Spitzengruppe und kommt im Gerechtigkeitsindex auf Rang sieben. Zu Deutschlands St\u00e4rken z\u00e4hlt insbesondere der Arbeitsmarkt, doch zeigen sich weiterhin auch einige Schw\u00e4chen in Bezug auf die Teilhabechancen der Menschen. Getragen von einer guten Konjunktur liegt Deutschland bei den meisten Arbeitsmarktindikatoren an vorderster Stelle: Deutschland hat EU-weit die geringste Jugendarbeitslosigkeit (7,1 Prozent) und kommt auch bei der Gesamtbesch\u00e4ftigungsquote (74,7 Prozent), der allgemeinen Arbeitslosenquote (4,2 Prozent) oder der Erwerbsbeteiligung \u00e4lterer Arbeitnehmer (68,6 Prozent) immer unter die Top Vier in der EU. Negativ f\u00e4llt hingegen ins Gewicht, dass es bislang nicht gelingt, den Sockel an Langzeitarbeitslosen zu verringern. Rund 41 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland sind langzeitarbeitslos. Auch haben Arbeitnehmer mit ausl\u00e4ndischem Geburtsort deutlich schlechtere Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt als Menschen, die hierzulande geboren sind (Rang 23 im EU-Vergleich).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><span style=\"font-size: small;\">Ein gemischtes Bild zeigt sich im Bildungsbereich. Hier gab es in den letzten zehn Jahren durchaus Fortschritte in Sachen Chancengerechtigkeit. So hat sich etwa der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg verringert, ist aber im EU-Vergleich immer noch relativ stark (Rang 17 im Vergleich zu Rang 23 im Jahr 2006). Verbesserungspotential zeigt sich auch bei der Wohlstandsverteilung: \u201eObwohl Deutschlands Wirtschaft brummt und die Arbeitslosigkeit auf einem historischen Tiefststand ist, scheinen die Wohlstandsgewinne nicht bei allen Menschen anzukommen\u201c, so Studienleiter Daniel Schraad-Tischler. Das Armutsrisiko hat sich in den letzten Jahren kaum verringert. Der Anteil der Menschen, die von Einkommensarmut bedroht sind, lag 2016 bei 16,5 Prozent (2015: 16,7; 2010: 15,6 Pro-zent). F\u00fcr bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen sind au\u00dferdem wachsende Probleme absehbar: Der Anteil der von Einkommensarmut bedrohten Menschen \u00fcber 65 Jahre ist von 14,1 Prozent im Jahr 2010 auf 17,6 Prozent gestiegen. Gerade f\u00fcr Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte sowie Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien werde das Armutsrisiko im Alter weiter steigen, so die Autoren. \u201eLangfristig orientierte Politikans\u00e4tze, die sowohl die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfest machen als auch die Besch\u00e4ftigungsf\u00e4higkeit der Risikogruppen verbessern, sind derzeit jedoch kaum in Sicht\u201c, so Schraad-Tischler.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">\u00a0<\/span><u>Zusatzinformationen<\/u><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Mit dem EU-Gerechtigkeitsindex untersucht die Bertelsmann Stiftung j\u00e4hrlich anhand von 38 Kriterien die Teilhabechancen in den 28 EU-Mitgliedstaaten. Hierbei werden sechs verschiedene Dimensionen sozialer Gerechtigkeit betrachtet: Armut, Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit, Generationengerechtigkeit sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt und Nicht-Diskriminierung. Der Social Justice Index 2017 ber\u00fccksichtigt international verf\u00fcgbare Eurostat-Daten bis zum 17. Oktober 2017.<\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Talfahrt an den Arbeitsm\u00e4rkten in Europa ist gestoppt: Fast zehn Jahre nach Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 zeichnet sich nun eine Trendwende ab, die sich auch positiv auf die soziale Gerechtigkeit auswirkt. Wie sich die Teilhabechancen in Europa entwickelt haben, zeigt der aktuelle Social Justice Index 2017. \u00a0 G\u00fctersloh, 16. November 2017. 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