{"id":3604,"date":"2018-02-20T10:47:08","date_gmt":"2018-02-20T09:47:08","guid":{"rendered":"http:\/\/fh-waltrop.de\/?p=3604"},"modified":"2018-02-20T10:47:08","modified_gmt":"2018-02-20T09:47:08","slug":"geld-fur-die-fluchtlingshilfe-kommt-bei-vielen-initiativen-nicht-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/geld-fur-die-fluchtlingshilfe-kommt-bei-vielen-initiativen-nicht-an\/","title":{"rendered":"Geld f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingshilfe kommt bei vielen\u00a0 Initiativen nicht an"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\">\n<figure id=\"attachment_2185\" aria-describedby=\"caption-attachment-2185\" style=\"width: 900px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2185\" data-permalink=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/photography-2\/_d3x0306\/\" data-orig-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/D3X0306.jpg\" data-orig-size=\"900,600\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"_d3x0306\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;Foto Credits: B. 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Sch\u00e4fer<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<div align=\"center\"><\/div>\n<div style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><b>Obwohl Fl\u00fcchtlingsinitiativen in Deutschland oft zus\u00e4tzliche Finanzmittel ben\u00f6tigen, nimmt mehr als ein Drittel (37 %) von ihnen keine F\u00f6rdermittel in Anspruch.\u00a0<\/b><\/div>\n<div align=\"center\"><\/div>\n<div style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><b>Das liegt vor allem daran, dass die Gruppen die Anforderungen der F\u00f6rdermittelgeber nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen, etwa in Bezug auf die Gr\u00fcndung eines Vereins. An fehlenden F\u00f6rdermittel-Programmen lag es bis 2017 hingegen nicht.<\/b><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><u>G\u00fctersloh, 20. Februar 2018.<\/u>\u00a0Seit dem starken Zuzug von Gefl\u00fcchteten nach Deutschland in den Jahren 2015 und 2016 haben nicht nur viele freiwillig Engagierte Fl\u00fcchtlingshilfe-Initiativen gegr\u00fcndet, es sind auch eine Menge staatliche F\u00f6rderprogramme ins Leben gerufen worden, um ihre Arbeit zu unterst\u00fctzen. Im Rahmen der Studie \u201eF\u00f6rdermittel in der Fl\u00fcchtlingshilfe\u201c hat das Berliner Institut f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung jetzt festgestellt, dass viele Initiativen keinen Zugang zu den F\u00f6rdermitteln haben. So nehmen 37 Prozent der untersuchten Initiativen \u00fcberhaupt keine F\u00f6rdermittel in Anspruch, obwohl knapp 90 Prozent angeben, Finanzmittel zu ben\u00f6tigen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ein wesentlicher Grund ist aus Sicht der Initiativen, dass sie Bedingungen f\u00fcr die Antragstellung nicht erf\u00fcllen (58%) und folglich keine Aussicht auf Erfolg sehen (46 %). So geben die Beh\u00f6rden etwa vor, dass Projekte zum F\u00f6rderzeitpunkt noch nicht begonnen haben. Wiederkehrende Ausgaben werden nur selten gef\u00f6rdert, oder der Staat fordert von den Initiativen eine Vereinsform, die den Engagierten oft nicht als sinnvoll erscheint. Knapp 38 Prozent gaben an, unabh\u00e4ngig bleiben zu wollen. Ein Motiv daf\u00fcr ist oft, dass Engagierte bef\u00fcrchten, als L\u00fcckenf\u00fcller f\u00fcr eigentlich staatliche Aufgaben instrumentalisiert zu werden. Als weitere Herausforderungen bei der Antragstellung nannten die Befragten den zu hohen zeitlichen Aufwand (70 %), sowie fehlenden Zugang zu Informationen (48 %).<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Einer der Autoren der Studie, Serhat Karakayali vom Berliner Institut f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung erl\u00e4utert: \u201eBemerkenswert ist, dass die \u00f6ffentlichen Mittel vor allem bei den schon etablierten Tr\u00e4gern, also bestehenden Vereinen und Verb\u00e4nden ankommen. Diese oft gr\u00f6\u00dferen Organisationen haben Erfahrung im Beantragen und Einwerben von solchen Geldern. Die vielen kleinen Willkommensinitiativen dagegen finanzieren sich haupts\u00e4chlich durch private Spenden. Es ist bedauerlich, wenn gerade die spontan entstandenen, informell organisierten Initiativen nicht von der F\u00f6rderung durch die \u00f6ffentliche Hand profitieren. Denn vor allem diese Initiativen waren es, die im Angesicht der \u00dcberforderung staatlicher Strukturen wesentliche Aufgaben der Versorgung, Betreuung und schlie\u00dflich Integration der Fl\u00fcchtlinge geleistet haben.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div><b>Wie F\u00f6rdermittel besser verteilt werden k\u00f6nnen<\/b><\/div>\n<div>Die Studie zeigt, dass kleine Initiativen ihre Kosten vor allem durch private Spenden abdecken (57 %). Obwohl die Spendenbereitschaft weiterhin hoch ist, rechnen viele Initiativen damit, dass diese in Zukunft sinken und damit die Finanzierung ihrer Ausgaben erschweren wird. Kosten fallen unter anderem f\u00fcr praktische Hilfen wie Fahrtkosten, direkte Unterst\u00fctzungsleistungen f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten (17 %), f\u00fcr Unterricht (17 %) und gemeinschaftliche Aktivit\u00e4ten (16 %) an.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Damit F\u00f6rdermittel besser ankommen, schlagen die Autoren der Studie folgende L\u00f6sungsans\u00e4tze vor:<\/div>\n<ul>\n<li>lokale Bedarfe besser zu identifizieren,<\/li>\n<li>die Unabh\u00e4ngigkeit anzuerkennen und geringere Vorgaben f\u00fcr die Vergabe von F\u00f6rdermitteln anzusetzen,<\/li>\n<li>f\u00fcr die F\u00f6rderung geringerer Betr\u00e4ge weniger b\u00fcrokratische Verfahren zu w\u00e4hlen,<\/li>\n<li>die Verfahren insgesamt zu vereinfachen<\/li>\n<li>und F\u00f6rdermittel auch f\u00fcr bereits laufende Aktivit\u00e4ten bereitzustellen.<\/li>\n<\/ul>\n<div><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<div><b>Staatliche Systeme waren zeitweise \u00fcberfordert<\/b><\/div>\n<div>\u201eEs war von entscheidender Bedeutung, dass die engagierten B\u00fcrger in Zeiten der \u00dcberforderung unserer staatlichen Systeme spontan eingesprungen sind und unterst\u00fctzt haben. Wer besonders schnell geholfen hat, wird durch das aktuelle F\u00f6rdermittel-System aber eher bestraft, weil Initiativen erst Antr\u00e4ge h\u00e4tten schreiben und Vereine gr\u00fcnden m\u00fcssen, bevor sie anfangen, um Mittel zu erhalten. Dies m\u00fcssen die staatlichen Stellen dringend \u00e4ndern\u201c, fordert Alexander Koop, Experte f\u00fcr Zivilgesellschaft bei der Bertelsmann Stiftung. Zudem w\u00fcrden laut der Studie bessere Informations- und Unterst\u00fctzungsangebote helfen, beispielsweise mit Freiwilligenagenturen \u2013 damit die Mittel dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u201eF\u00fcr die Integration der Gefl\u00fcchteten sind die Initiativen der freiwillig Engagierten unentbehrlich. F\u00fcr ihre Arbeit brauchen sie aber auch finanzielle Unterst\u00fctzung vom Staat. F\u00f6rdernde Einrichtungen sollten daher ihre Programme ausbauen und anpassen, um diese wichtige Arbeit weiter zu unterst\u00fctzen\u201c, sagt Koop weiter.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><u>Zusatzinformationen<\/u><\/div>\n<div>Die Studie \u201eF\u00f6rdermittel in der Fl\u00fcchtlingshilfe. Was gebraucht wird \u2013 was ankommt\u201c wurde vom Berliner Institut f\u00fcr empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) an der Humboldt-Universit\u00e4t zu Berlin im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgef\u00fchrt. Dabei sind in vier Bundesl\u00e4ndern (Bayern, Berlin, Niedersachsen, Th\u00fcringen) 34 qualitative Interviews mit Initiativen, Tr\u00e4gern und F\u00f6rdermittelgebern gef\u00fchrt worden, die durch eine bundesweite Online-Befragung unter 556 Organisationen erg\u00e4nzt wurde. Die Erhebung fand zwischen Februar und April 2017 statt.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl Fl\u00fcchtlingsinitiativen in Deutschland oft zus\u00e4tzliche Finanzmittel ben\u00f6tigen, nimmt mehr als ein Drittel (37 %) von ihnen keine F\u00f6rdermittel in Anspruch.\u00a0 Das liegt vor allem daran, dass die Gruppen die Anforderungen der F\u00f6rdermittelgeber nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen, etwa in Bezug auf die Gr\u00fcndung eines Vereins. 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