{"id":3706,"date":"2018-05-28T12:39:47","date_gmt":"2018-05-28T11:39:47","guid":{"rendered":"http:\/\/fh-waltrop.de\/?p=3706"},"modified":"2018-05-28T12:39:47","modified_gmt":"2018-05-28T11:39:47","slug":"statement-des-prasidenten-des-deutschen-caritasverbandes-dr-peter-neher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/statement-des-prasidenten-des-deutschen-caritasverbandes-dr-peter-neher\/","title":{"rendered":"Statement des Pr\u00e4sidenten des Deutschen Caritasverbandes Dr. Peter Neher"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"3381\" data-permalink=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/kinderarmut-nachhaltig-bekampfen\/caritaslogo\/\" data-orig-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" data-orig-size=\"113,150\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"CaritasLogo\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" data-large-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" class=\"alignleft size-full wp-image-3381\" src=\"http:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" alt=\"\" width=\"113\" height=\"150\" \/>Berlin, 28. Mai 2018. Die von Bundesinnenminister Seehofer geplanten sogenannten Ankerzentren sehen wir mit Sorge. Die Erfahrungen von Caritas-Mitarbeitenden in zahlreichen Aufnahmeeinrichtungen und Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften belegen, dass eine l\u00e4ngerfristige Unterbringung in Gro\u00dfunterk\u00fcnften zu Rechtsverletzungen f\u00fchrt, hohes Konfliktpotenzial birgt und Integration behindert.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nWenn mehrere hundert oder gar tausend Menschen \u00fcber einen Zeitraum von mehreren Monaten, teils sogar Jahren auf sehr engem Raum zusammenleben m\u00fcssen, f\u00fchrt dies unweigerlich zu Konflikten. Zumal, wenn es f\u00fcr diese Personen keine Zukunftsperspektive gibt und sonstige Bet\u00e4tigungsm\u00f6glichkeiten fehlen. Die Privatsph\u00e4re und der Schutz von Familien und allein reisenden Frauen sind massiv gef\u00e4hrdet. Wir halten es daher f\u00fcr unerl\u00e4sslich, verbindliche Schutzkonzepte und damit einhergehende Schulungen aller Mitarbeitenden in den Einrichtungen zu etablieren. Zudem m\u00fcssen bauliche Standards gew\u00e4hrleistet werden. Ganz praktisch bedeutet dies etwa abschlie\u00dfbare Zimmer oder Sanit\u00e4ranlagen f\u00fcr kleine Wohneinheiten.<\/p>\n<p>Die Bewohnerinnen und Bewohner sind vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen. Teilweise ist der Zugang in die Einrichtungen f\u00fcr Anwohner aus Sicherheitsgr\u00fcnden streng reglementiert. Andernorts liegen die Unterk\u00fcnfte fernab von St\u00e4dten oder D\u00f6rfern. Nicht zuletzt dadurch haben die Bewohner Schwierigkeiten, Kontakte zu kn\u00fcpfen. Die Rechte und Entfaltungsm\u00f6glichkeiten von Kindern und Jugendlichen werden verletzt, wenn sie keine regul\u00e4ren Schulangebote und keinen Kindergarten besuchen d\u00fcrfen, die als kindgerechte Orte auch Erfahrungen von Sicherheit und Geborgenheit erm\u00f6glichen k\u00f6nnen. Dass die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Einrichtungen nicht arbeiten d\u00fcrfen und mit Sachleistungen wie beispielsweise Lebensmitteln versorgt werden, missachtet die Selbstbestimmung der Menschen und schr\u00e4nkt sie stark ein. Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass u.a. Schwangere und M\u00fctter mit kleinen Kindern, die in Aufnahmeeinrichtungen leben, teilweise nicht ad\u00e4quat versorgt werden. Berichtet wird beispielsweise \u00fcber fehlende K\u00fcchenausstattung, die ben\u00f6tigt w\u00fcrde, um Babynahrung zuzubereiten.<\/p>\n<p>Die genannten massiven Einschr\u00e4nkungen der Lebenssituation der Menschen, die nur einen Ausschnitt der traurigen Realit\u00e4t zeigen, sind nicht zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Ob das Ziel erreicht werden kann, Asylverfahren durch die geplanten Ankerzentren zu beschleunigen und gleichzeitig fair zu gestalten, bezweifeln wir. Aktuell d\u00fcrfen Rechtsanw\u00e4lte zu Beratungszwecken teilweise die Unterk\u00fcnfte der Aufnahmeeinrichtungen nicht betreten. Auch gibt es in den Unterk\u00fcnften im Moment nicht gen\u00fcgend unabh\u00e4ngiges Beratungspersonal und zu wenig Zeit, die Menschen in ihren Verfahren zu beraten. Deshalb erfolgt eine zufriedenstellende beh\u00f6rdliche Pr\u00fcfung f\u00fcr die betroffenen Menschen meist erst vor Gericht.<br \/>\n<em><br \/>\nDr. Peter Neher<br \/>\nPr\u00e4sident des Deutschen Caritasverbandes<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin, 28. Mai 2018. Die von Bundesinnenminister Seehofer geplanten sogenannten Ankerzentren sehen wir mit Sorge. Die Erfahrungen von Caritas-Mitarbeitenden in zahlreichen Aufnahmeeinrichtungen und Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften belegen, dass eine l\u00e4ngerfristige Unterbringung in Gro\u00dfunterk\u00fcnften zu Rechtsverletzungen f\u00fchrt, hohes Konfliktpotenzial birgt und Integration behindert. 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