{"id":4633,"date":"2020-11-25T15:11:02","date_gmt":"2020-11-25T14:11:02","guid":{"rendered":"http:\/\/fh-waltrop.de\/?p=4633"},"modified":"2020-11-25T15:11:05","modified_gmt":"2020-11-25T14:11:05","slug":"genitalbeschneidung-immer-mehr-frauen-in-deutschland-betroffen-oder-bedroht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/genitalbeschneidung-immer-mehr-frauen-in-deutschland-betroffen-oder-bedroht\/","title":{"rendered":"Genitalbeschneidung: Immer mehr Frauen in Deutschland betroffen oder bedroht"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.caritas.de\/startseite\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"113\" height=\"150\" data-attachment-id=\"3381\" data-permalink=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/index.php\/kinderarmut-nachhaltig-bekampfen\/caritaslogo\/\" data-orig-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" data-orig-size=\"113,150\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"CaritasLogo\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" data-large-file=\"https:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" src=\"http:\/\/fh-waltrop.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/CaritasLogo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3381\"\/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><strong class=\"\"><\/strong><strong><strong class=\"\">Berlin\/Freiburg\/Dortmund, 20. November 2020.<\/strong><\/strong> Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen machen der Deutsche Caritasverband (DCV), der katholische Verband f\u00fcr M\u00e4dchen- und Frauensozialarbeit IN VIA und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) auf Frauen und M\u00e4dchen aufmerksam, die weibliche Genitalverst\u00fcmmelung bzw. -beschneidung \u00fcber sich ergehen lassen mussten. Die Frauen leiden ein Leben lang unter den k\u00f6rperlichen und psychischen Folgen dieses Eingriffs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Caritas-Beratungsfachdienste sind zunehmend mit dem Thema konfrontiert<\/strong><br>\u201eBei Genitalverst\u00fcmmelung handelt es sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung\u201c, erkl\u00e4rt Eva Maria Welskop-Deffaa, Vorstand Fach- und Sozialpolitik des Deutschen Caritasverbandes. \u201eDas ist nicht nur in den Herkunftsl\u00e4ndern ein Tabu, sondern auch in Deutschland. Zunehmend sind hierzulande medizinische und sozialp\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte mit den N\u00f6ten betroffener Frauen konfrontiert. Um den Frauen fachgerecht und sensibel helfen zu k\u00f6nnen, brauchen sie Qualifizierung und Unterst\u00fctzung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>P<strong>r\u00e4vention und Aufkl\u00e4rung notwendig<\/strong><br>Um gef\u00e4hrdete M\u00e4dchen zu sch\u00fctzen, sollte in Schulen und Angeboten der Jugend- und Familienhilfe eine Auseinandersetzung mit dem Thema gef\u00f6rdert und Beratungsangebote ausgebaut werden. \u201eEltern m\u00fcssen fr\u00fch angesprochen werden, zum Beispiel in den Fr\u00fchen Hilfen. \u00dcber Hebammen, Gyn\u00e4kolog_innen und Kinder\u00e4rzt_innen werden nahezu alle Schwangeren und jungen Familien \u2013 auch Familien mit Migrations- oder Fluchtgeschichte \u2013 erreicht. Alle in diesem Feld T\u00e4tigen m\u00fcssen \u00fcber weibliche Genitalverst\u00fcmmelung Bescheid wissen und mit potenziell betroffenen Eltern sensibel dazu ins Gespr\u00e4ch kommen\u201c, fordert Hildegard Eckert, Bundesvorsitzende des SkF.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Genitalbeschneidung ist ein geschlechtsspezifischer Asylgrund<\/strong><br>Genitalverst\u00fcmmelung muss konsequent als geschlechtsspezifischer Asylgrund anerkannt werden. Das gilt sowohl bei bereits durchgef\u00fchrten als auch bei drohenden Eingriffen nach R\u00fcckkehr ins Herkunftsland. Damit betroffene Frauen Schutz erhalten, m\u00fcssen die Mitarbeitenden im Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr das Thema ausreichend sensibilisiert bzw. geschult sein. Denn Genitalverst\u00fcmmelung ist komplex: Beschneidungsalter, konkrete Durchf\u00fchrung und damit verkn\u00fcpfte Erkl\u00e4rungsmuster unterscheiden sich nicht nur zwischen L\u00e4ndern, sondern zum Teil von Ort zu Ort. \u201eWenn Frauen in der Anh\u00f6rung von Genitalverst\u00fcmmelung berichten, bewerten viele Anh\u00f6rer_innen ihren Bericht vorschnell als unglaubhaft\u201c, erkl\u00e4rt Beate Gilles, Vorsitzende von IN VIA Deutschland. \u201eDas darf nicht passieren. N\u00f6tig bei diesem stark tabuisierten Thema ist die Befragung durch weibliches Personal und sensibles Nachfragen zum m\u00f6glichen Vorliegen geschlechtsbezogener Gewalt. Auch, weil die meisten Frauen selbst gar nicht wissen, dass Genitalverst\u00fcmmelung im Asylverfahren relevant ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong class=\"\">Fachtag und Erkl\u00e4rfilm<br><\/strong>Der Deutsche Caritasverband und seine Fachverb\u00e4nde IN VIA und SkF veranstalten am 0.12.2020 einen digitalen Fachtag zu Female Genital Mutilation_Cutting (FGM_C) und haben einen\u00a0<a class=\"\" href=\"https:\/\/vimeo.com\/user3945414\/review\/437995959\/f5bdf66d7f\">Erkl\u00e4rfilm f\u00fcr Beratungsfachkr\u00e4fte<\/a>\u00a0produziert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong class=\"\">Hintergrund<\/strong><br>Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 200 Millionen Frauen betroffen. Durchgef\u00fchrt wird Genitalverst\u00fcmmelung \u00fcberwiegend in einigen Regionen Afrikas, aber auch in einigen L\u00e4ndern des Nahen Ostens und Asiens. Mit der Einwanderung von Frauen aus diesen L\u00e4ndern steigen die Zahlen in Deutschland. Nach einer Erhebung des BMFSFJ wird von bis zu 67.000 betroffenen Frauen und M\u00e4dchen und bis zu 14.000 gef\u00e4hrdeten M\u00e4dchen ausgegangen. Folgen von Genitalverst\u00fcmmelung sind\u00a0Einschr\u00e4nkungen im Alltag, Schmerzen beim Leben ihrer Sexualit\u00e4t und Schwierigkeiten bei Schwangerschaft und Geburt. Hinzu kommen psychische Beeintr\u00e4chtigungen oder Depressionen aufgrund der erlittenen Traumata. Jedes 10. M\u00e4dchen \u00fcberlebt den Eingriff nicht. Rund ein Viertel der Frauen stirbt an den Langzeitfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong class=\"\">Weitere Hintergrundinformationen und Kurzfilm unter:\u00a0<\/strong><a class=\"\" href=\"https:\/\/www.caritas.de\/fgm_c\">https:\/\/www.caritas.de\/fgm_c<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herausgeber:<\/strong><br><strong>Deutschen Caritasverbandes e.V.<\/strong><br><strong>Pressestelle<\/strong><br><strong>Redaktion:<br><strong class=\"\">Anja Stoiser<\/strong><\/strong> <strong>(Verantwortlich)<br>Stellvertretende Pressesprecherin<\/strong><br>Reinhardtstra\u00dfe 13<br>10117 Berlin<br><a href=\"mailto:pressestelle@caritas.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">pressestelle@caritas.de<br><\/a><a href=\"http:\/\/www.caritas.de\/presse\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/www.caritas.de\/presse<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin\/Freiburg\/Dortmund, 20. November 2020. 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