Größer und bunter ist der neue HelferInnen-Ausschuss (HIA) der Flüchtlingshilfe geworden. Insgesamt 13 Mitglieder wurden auf der Hauptversammlung am 21.01.2026 in das Gremium gewählt. Aufgabe des HIA ist es, die ehrenamtliche Arbeit nach außen zu repräsentieren und nach innen die verschiedenen Aktivitäten zu koordinieren. Zu diesen gehören die Kleiderkammer ebenso, wie die wöchentlichen Beratungscafés, die Sprachkurse oder beispielsweise die Fahrraddistribution. Seit einigen Jahren integriert die Flüchtlingshilfe in ihre institutionelle Arbeit auch Menschen, die selbst zugewandert sind und in ihren verschiedenen eigenen kommunikativen Zusammenhängen aktiv sind, wie zum Beispiel in der Waltroper Guinea-Hilfe oder im Unterstützer*innen-Kreis zur Ukraine. Das wird nun auch an der Zusammensetzung des HIA deutlich.
Während diese Entwicklungen erfreulich sind, hat die Flüchtlingshilfe mit verschiedenen anderen widrigen Umständen zu kämpfen: Immer mehr Menschen sind infolge von Kriegen, Gewalt und Verfolgung auf der Flucht: 117,3 Millionen waren es laut UNO im Juni 2025. Während der überwiegende Teil von ihnen Binnenvertriebene sind oder in Nachbarstaaten Schutz findet, erreichen relativ wenige dazu auch Europa.
Das drückt sich auch in Waltrop aus. Waren es vor zehn Jahren noch etwa 500 bis 600 Geflüchtete, hat sich ihre Anzahl inzwischen mehr als verdoppelt. Laut letzter veröffentlichter Zählung vom 06.05.2025 sind es 1.349 Personen, die der Stadt zugewiesen wurden. Diese werden zunächst in den städtischen Sammelunterkünften untergebracht und eine der wichtigen Anlauf- und Informationsstellen ist für sie die Flüchtlingshilfe Waltrop.
Die sich daraus ergebenden Anforderungen und Erwartungen kann die Flüchtlingshilfe aber immer weniger gerecht werden. Das hat verschiedene Gründe. Während sich die Anzahl der Geflüchteten in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelte, wuchs die Zahl der Mitwirkenden nicht in gleichem Maß. Zudem zogen sich während der Corona-Pandemie einige Aktive aus gesundheitlichen Gründen zurück. Da zusätzlich auch noch jene Geflüchtete betreut werden, die inzwischen sesshaft geworden sind und eine Bleibeperspektive zum Beispiel über die Einbürgerung gefunden haben, wächst der Zeitaufwand nicht unerheblich. Mit der Folge, was eigentlich ja auch begrüßenswert ist, dass aus den Haus- inzwischen Familienpatenschaften, und nicht selten auch Freundschaften, geworden sind. Dies hat allerdings zur Konsequenz, dass Betreuung und Beratung nicht mehr in allen Sammelunterkünften angeboten werden können.
Hinzu kommt, dass die Unterstützung von Seiten der Stadt unzureichend ist. Zwar funktioniert die Zusammenarbeit mit verschiedenen im administrativen Prozess der Stadtverwaltung Involvierten immer besser, jedoch existiert die vom Stadtrat beschlossene Stelle einer Integrationsbeauftragten nur auf dem Papier. Auch den von der Flüchtlingshilfe geforderten Integrationsbeirat, lehnt man bislang ab.
Ein weiteres Handicap ist die Finanzierung. Für die Miete von Räumen, Anschaffung von Unterrichtsmaterialien, Freizeitaktivitäten, Informationsbroschüren, bildungspolitische Projekte usf. konnten in den letzten Jahren öffentliche Mittel beantragt werden. Das Landesprogramm Komm An wurde allerdings ersatzlos gestrichen und im Bundesprogramm Demokratie leben! wird Waltrop nicht mehr berücksichtigt. So ist man hauptsächlich auf Spenden angewiesen, die allerdings, wie insgesamt auch, rückläufig sind.
Nichtsdestotrotz stehen auch in diesem Jahr wieder einige Highlights auf der Agenda. Nachdem im zurückliegenden Jahr der Bundestag besucht wurde, ist dieses Jahr der Landtag in Düsseldorf dran. Auch am Parkfest will man sich wieder beteiligen und für das zusammen mit dem Quartiershaus organisierte Straßenfest am Alter Graben, die One World Party, welche dieses Jahr am 04. Juli stattfinden wird, verspricht man schon jetzt etliche kulinarische wie kulturelle Höhepunkte.

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Der neue HelferInnen-Ausschuss (HIA) der Flüchtlingshilfe Waltrop. Von links nach rechts: Sium Tiblts, Amonila Koldashi, Olga Rittgerott, Teo Bergmann, Dagmar Uzoh, Marcel Donner, Helmut Butz, Bernd Schäfer, Maria Gaida-Greger, Ajmal Tetmori, Günter Kehrbaum, Mohamed Camara, nicht im Bild: Kerstin Halbeck.
Foto: Reinhold Fröndhoff