Flüchtlingshilfe Waltrop blickt auf ein Jahrzehnt ehrenamtlicher Arbeit
Vor zehn Jahren, im Flüchtlingssommer 2015, formulierte die damalige Kanzlerin Angela Merkel den simplen Satz: „Wir schaffen das!“. Na klar, warum auch nicht? Hundertausende engagierten sich damals bei der Aufnahme der ankommenden Menschen, organisierten Essen, Kleidung, Wohnraum, erste Sprachkurse und halfen auch bei der Arbeitssuche.
Etwa 64 Prozent der Geflüchteten, die 2015 kamen, haben nun einen Arbeitsplatz, nach acht und mehr Jahren Aufenthalt weisen geflüchtete Männer inzwischen eine höhere Erwerbstätigenquote (86 Prozent) auf, als die durchschnittliche männliche Bevölkerung in Deutschland (81 Prozent). Bei geflüchteten Frauen liegt die Quote allerdings deutlich niedriger (33 Prozent).
Migration entlastet zudem die öffentlichen Haushalte langfristig um rund 104 Milliarden Euro jährlich. Zuwanderung führt zwar zunächst zu steigenden Ausgaben des Staates. Andererseits bewirkt sie aber auch steigende Einnahmen – die Wirtschaftsleistung steigt und dämpft die Kosten durch den demographischen Wandel. Jede Person, die im Zuge einer kontinuierlich hohen Zuwanderung nach Deutschland kommt, entlastet den Staatshaushalt um 7.100 Euro im Jahr.
Und doch, es gibt auch Brüche: Soziale Ab- und Ausgrenzung, Integrationshürden, (Klein-)Kriminalität, (sexualisierte) Gewalt, terroristische Attacken. Aber in welchem Ausmaß? Stimmen die medialen Darstellungen, insbesondere in den sozialen Medien mit der Wirklichkeit überein, oder sind es mediale Überhöhungen? Nicht reale Bedeutungszuweisungen?
Integration ist kein einfacher Prozess. Aber ein notwendiger. Daran arbeiten wir mit. Wie Hundertausende in unserem Land auch.
Vielen Dank an die Waltroper Zeitung, dass sie das gewürdigt hat.
