Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt alle demokratischen Parteien und die im Bildungsbereich Beschäftigten, jeder Form von Rassismus, Nationalismus und Rechtspopulismus entschieden entgegen zu treten und Zivilcourage zu fördern. „Wir müssen uns gemeinsam für den Schutz der Menschenwürde sowie die Förderung von Demokratie und Vielfalt stark machen. Diskriminierung im Alltag, rassistische Hetze und Gewalt nehmen in Deutschland bedenklich zu. Sie treffen zunehmend auch Kinder und Jugendliche. Wir müssen Aggressionen gegenüber Minderheiten eine klare Haltung und Solidarität entgegensetzen. Menschenverachtende Einstellungen und Taten sowie antidemokratische Tendenzen haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Frankfurt am Main mit Blick auf den „Internationalen Tag gegen Rassismus“.
Sie betonte, dass Pädagoginnen und Pädagogen in Lernprozessen und bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Toleranz und Wertschätzung eine besondere Verantwortung trügen. „Dieser Aufgabe stellen wir uns gerne und engagiert“, unterstrich Tepe. Dabei wies sie darauf hin, dass pädagogische Fachkräfte für diese Arbeit Unterstützung brauchten: „Um die Kolleginnen und Kollegen zu stärken, sind dringend ausreichende Personalressourcen und Zeit sowie ein quantitativ und qualitativ gutes Fortbildungsangebot notwendig.“
Bildung müsse werteorientiert, vorurteilsbewusst und rassismuskritisch sein. „Deshalb unterstützt die GEW das Netzwerk ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘. Ein Projekt von und mit Schülerinnen und Schülern, das sich aktiv mit allen Formen von Diskriminierung, Radikalisierung und Ideologisierung auseinandersetzt. Ziel ist, an den Schulen ein Klima der gegenseitigen Achtung und des Respekts zu schaffen“, sagte Tepe. „Schule muss ein Ort sein, an dem Schülerinnen und Schüler Demokratie erleben und ausüben können. Demokratiebildung ist darüber hinaus aber eine zentrale Aufgabe, der sich alle Bildungseinrichtungen stellen müssen – für eine offene und vielfältige Gesellschaft.“
Info: Am 21. März 1960 wurde eine friedliche Demonstration in Sharpeville/Südafrika, mit der Menschen gegen ein Apartheidsgesetz protestierten, blutig niedergeschlagen. 69 Menschen verloren ihr Leben. Daraufhin riefen die Vereinten Nationen 1966 den 21. März als „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ aus. Unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus“ finden seit dem 13. März und noch bis 26. März die „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2017“ statt, die die GEW zusammen mit über 80 Organisationen unterstützt.



In der Gesprächsrunde „Impulse. Fotografie im Ruhrgebiet“ geht es um die Inszenierung des Fremden. Dabei rückt die Rolle visueller Medien bei der Ausformung des „Zigeuner“-Stereotyps in den Fokus.
Metropole Ruhr (idr). Gelsenkirchen, Hamm und der Kreis Recklinghausen gehören zu den insgesamt 13 Kreisen und kreisfreien Städten, die vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW (MFKJKS) gefördert werden: Sie erhalten jeweils bis zu 140.000 Euro aus dem Landesprogramm „NRWeltoffen – Lokale Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ – die Mittel können bis Ende 2018 abgerufen werden. Mit dem Geld soll vor Ort ein passgenaues Handlungskonzept erarbeitet werden. Insgesamt stehen im Fördertopf Mittel in Höhe von vier Millionen Euro für zwei Jahre zur Verfügung. Zudem werden bis Ende Mai 15 weitere Kreise und kreisfreie Städte Fördermittel aus dem Landesprogramm bekommen.