Zehn Jahre Flüchtlingshilfe Waltrop – zehn Jahre Engagement für die Integration von Neu-Ankommenden – zehn Jahre Ehrenamt zum Wohl unserer Stadt

Menschen, willkommen in Waltrop!
by Redaktion
Für den 07. September hatte die Flüchtlingshilfe die politischen Repräsentanten der demokratischen Parteien und BM-Kandidat*innen unserer Stadt in die Stadthalle eingeladen, um kritisch darüber zu diskutieren, wie Migration und Integration in Waltrop gestaltet werden, und was daran gut, bzw. nicht so gut läuft, und ausbaufähig ist.
Und wie war es? Insgesamt erfreulicher, erkenntnisreicher, überraschender und schmackhafter als erwartet.
Schmackhafter? Jo, weil Dagmar Uzoh, Diakonin der evangelischen Kirche, für alle auf dem Podium Apfelmus aus echten Waltroper Äpfeln mit einem Schuss Zimt(!) kredenzt hatte, der den Praxistest über aus erfolgreich bestand. Besten Dank!
Erfreulich war, dass mehr Zuschauer*innen kamen, als erwartet. Und überraschend, dass manche gar nicht vorbereitet waren, obwohl wir ihnen ausreichend Vorbereitungsstoff zur Verfügung gestellt hatten. Claus Volke, parteiloser BM-Kandidat, zum Beispiel, hatte eigentlich nichts zur Diskussion beizutragen. Bei unserer Quizfrage zu Beginn der Veranstaltung lag er meilenweit daneben, und bei seiner Begründung zum Schluss, warum man ihn wählen soll, kam nichts zu unserem Anliegen rüber. Dazwischen: beredsames Schweigen.
Die Vertreter der Linken, Thomas Spychalla und Pierre Rode, sicherten uns ihre uneingeschränkte Solidarität zu, verblieben aber eher im Allgemeinen als im Konkreten. Melanie Heiber, BM-Kandidatin der FDP betonte, dass sie zu Beginn des Flüchtlingssommers 2015 in der Flüchtlingshilfe aktiv war, und echauffierte sich sehr darüber, dass ich ihrer Partei vorhielt, sich mehr Gedanken darüber zu machen, wie man bei Flüchtlingen sparen könne, als wie man sie in die Arbeitsprozesse integrieren kann. Na ja, wer da die aktuelle Kampagne aus ihrer Fraktion zur Bezahlkarte kennt, und sich an so manche Äußerung in den sozialen Medien erinnert, bspw. die provokante Verleumdung vom Einwandern in die Sozialsysteme, wird mir recht geben.
Bernd Mennemeier von der CDU und aktiv bei den Christlich Demokratischen Arbeitnehmern (CDA) war uns sehr dankbar dafür, dass wir das Thema Arbeitsmarktintegration angesprochen haben und fand auch, dass hier mehr getan werden müsse. Die Grünen hatten Beate Stach allein in den Ring geschickt, und sie verwies gleich darauf, dass in der Flüchtlingshilfe viele von den Grünen mitwirken würden. Tatsächlich kandidieren einige aus unseren Zusammenhängen auf den Listen von SPD und Grüne in verschiedenen Wahlbezirken für den Rat. Ko-Moderatorin, Dagmar Uzoh, rückte das dann allerdings etwas zurecht, auch von anderen Parteien sind etliche in der Flüchtlingshilfe aktiv. Man muss allerdings anerkennen, dass allein im Wahlprogramm der Grünen konkret auf Flucht und Migration in Waltrop Bezug genommen wird. Wenn auch aus unserer Sicht unzureichend, so blenden die Grünen z. B. unsere Forderung nach einem Integrationsbeirat aus.
Schade war, dass sich unser Bürgermeister Marcel Mittelbach mehr auf die Verwaltungssicht konzentrierte. Natürlich erfordern Integrationskurse, eine aktive Integrationsbeauftragte sowie die inhaltliche Umsetzung der Mitgliedschaft in der Städtekoalition gegen Rassismus, zunächst einmal monetären Aufwand und ein Mehr an Personalstunden. Was aber über den Mehrwert aus (Arbeits-) Integration, dem Abbau von kommunikativen Reibungsverlusten und durch die Reduktion vom Aufwand durch rechtsextremistische Störungen, mehr als kompensiert werden würde. Man zäumt hier das Pferd von hinten auf.
Erfreulich war allerdings seine Ankündigung, in der nächsten Legislaturperiode, die Stunden für die Integrationsbeauftrage zu erhöhen und eine halbe Stelle schaffen zu wollen. Und statt einen Integrationsbeirat zu konstituieren, schlug er vor, einen Arbeitskreis, angeknüpft am Ausschuss für Jugend und Soziales, zu bilden. Das wäre schon mal was. Wir werden ihn daran erinnern.
Als Resümee kann man darüber hinaus festhalten, dass es uns gelungen ist innerhalb des demokratischen Spektrums, die Sensibilität für unsere Anliegen zu erhöhen. Das war unsere Absicht. Natürlich haben wir jetzt niemanden von der Straße oder sonst wo davon abgehalten, seine oder ihre Stimme den Verfassungsfeinden geben zu wollen. Aber wenn die Demokrat*innen zukünftig etwas mehr zusammenrücken und (noch) offener für die Fragen um Migration und Integration werden, wäre schon viel erreicht.

Es kann nämlich auf Dauer nicht funktionieren, die öffentlichen Aufgaben auf die Zivilgesellschaft abzuwälzen. Die Flüchtlingshilfe Waltrop existiert nun seit fast 10 Jahren. Ihre Vorläufer sind zwar schon etwas älter, aber in der jetzigen konstituierten Fassung arbeitet sie seit Januar 2016.
Wir beraten Neu-Ankommende, begleiten bei Behördengängen oder Arztbesuchen, helfen bei der Wohnungs- oder Arbeitsplatzsuche, erklären die Fallstricke von Mobilfunk- und Energieverträgen, führen eine Kleiderkammer die allen notleidenden Waltroper*innen offensteht, organisieren soziale Treffpunkte, unterstützen mit Kleinkrediten, unterstützen die Selbstorganisation hier lebender Geflüchteter, vermitteln Möbel und Fahrräder, führen Sprachkurse durch, organisieren Infoveranstaltungen und Feste, versuchen in der Öffentlichkeit differenzierte Bilder von Migration zu vermitteln, haben mit vielen hier nun heimisch gewordenen Menschen Freundschaften geschlossen, geholfen, sie ins Leben hier zu integrieren und viele von ihnen bis zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft und darüber hinaus begleitet bzw. begleiten sie noch auf ihrem Weg hier anzukommen.
Eine im Prinzip unbezahlbare Leistung. Würde man sie quantifizieren wollen, käme da sicherlich jährlich ein sechsstelliger Betrag heraus, mit dem wir unsere Stadt, unsere Verwaltung, in ihren Aufgaben entlasten. Über zehn Jahre gesehen gar siebenstellig. Und das muss man festhalten, das kommt letztendlich allen Bürgerinnen und Bürgern unser Stadt zu Gute, weil diese hierdurch eingesparten Gelder, für andere Maßnahmen zur Verfügung stehen.
Nun ist das allerdings nicht nur so, dass die Fördertöpfe von Komm An und Demokratie leben! weggebrochen sind, die etwa 70 bis 80 Prozent der Einnahmen der Flüchtlingshilfe ausmachten. Die wachsenden Aufgaben durch den Zuzug von neuen Mitbürger*innen lassen sich nicht mehr nur allein ehrenamtlich schultern.
So war am Sonntag deshalb ein Thema, wie die Arbeit im Kontext von Migration und Integration unterstützt werden kann, beispielsweise durch hauptamtlich tätige Integrationsbeauftragte.
Ein großer Teil der in Waltrop lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund. Allerdings kommen sie öffentlich, politisch, sozial und kulturell kaum vor. Ihre Anliegen werden kaum wahrgenommen. Es fehlen zudem institutionelle kommunikative Strukturen. Ein Integrationsbeirat könnte hier unterstützend wirken.
Die Verwaltung hat ferner keinen Überblick darüber, wie sich die hier neu ankommenden Menschen in den Arbeitsmarkt integrieren, obwohl solche Daten generierbar wären. Man nimmt sich damit ein Mittel, auf Entwicklungen Einfluss zu nehmen. Damit zusammenhängend lassen sich Defizite bei den Angeboten von Integrationskursen oder der Sprachförderung in den Schulen feststellen. Beratungsangebote für ethnische Ökonomie zum Beispiel, wie sie in anderen Städten durchgeführt werden, um Selbständigkeit und Arbeitsintegration zu fördern, fehlen gänzlich.
Der Ansatz der dezentralen Unterbringung von Geflüchteten ist in Waltrop vorbildlich. Allerdings konnte man den wachsenden Anforderungen kaum nachkommen. Wohnungspolitik muss zukünftig verstärkt den sozialen Wohnungsbau im Blick haben. Dies durch eine eigene Wohnungsbaugesellschaft zu ermöglichen, wie die SPD es vorschlägt, macht augenscheinlich Sinn.
Der wachsende Zuspruch für eine gesichert rechtsextreme, Rassismus betonende und in Teilen verfassungsfeindliche Partei, ist beängstigend. Das wiederholte öffentliche und demonstrative Ausrufen, dass Waltrop doch bunt sei, reicht offensichtlich nicht aus, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Man muss hier strukturelle Bedingungen schaffen, die alltäglich Wirkung entfalten können. Die inhaltliche Füllung der Mitgliedschaft in der Städtekoalition gegen Rassismus, kann hierfür ein Ansatz sein.
Was bleibt noch zu sagen? Bleibt stabil. Wählt demokratisch!
by Redaktion
Diskussionsveranstaltung zu Migration und Integration in Waltrop
Zum Thema: „Wir schaffen das! Wirklich?“ diskutieren die Bürgermeisterkandidat *innen sowie Vertreter*innen der demokratischen Parteien:
BM Marcel Mittelbach, Axel Heimsath (SPD), Christian Hoppe, Bernd Mennemeier (CDU), Melanie Heiber, Dr. Heinz Josef Mußhoff (FDP), Claus Volke (parteilos), Beate Stach, Marc Wiesmann (Bündnis 90/Die Grünen), Pierre Rode, Thomas Spychalla (Die Linke)
Moderiert wird die Veranstaltung von:
Dagmar Uzoh, Diakonin der evangelischen Kirche und Bernd Schäfer, Politik- und Medienwissenschaftler.
Die Veranstaltung findet statt: Sonntag, 07.09.2025, ab 15.00 Uhr, in der Stadthalle, Raiffeisenplatz 1, Waltrop.

Vor zehn Jahren, im Flüchtlingssommer 2015, formulierte die damalige Kanzlerin Angela Merkel den simplen Satz: „Wir schaffen das!“. Na klar, warum auch nicht? Hunderttausende engagierten sich damals bei der Aufnahme der ankommenden Menschen, organisierten Essen, Kleidung, Wohnraum, erste Sprachkurse und halfen auch bei der Arbeitssuche.
Etwa 64 Prozent der Geflüchteten, die 2015 kamen, haben nun einen Arbeitsplatz, nach acht und mehr Jahren Aufenthalt weisen geflüchtete Männer inzwischen eine höhere Erwerbstätigenquote (86 Prozent) auf, als die durchschnittliche männliche Bevölkerung in Deutschland (81 Prozent). Bei geflüchteten Frauen liegt die Quote allerdings deutlich niedriger (33 Prozent).
Migration entlastet zudem die öffentlichen Haushalte langfristig um rund 104 Milliarden Euro jährlich. Zuwanderung führt zwar zunächst zu steigenden Ausgaben des Staates. Andererseits bewirkt sie aber auch steigende Einnahmen – die Wirtschaftsleistung steigt und dämpft die Kosten durch den demographischen Wandel. Jede Person, die im Zuge einer kontinuierlich hohen Zuwanderung nach Deutschland kommt, entlastet den Staatshaushalt um 7.100 Euro im Jahr.
Und doch, es gibt auch Brüche: Soziale Ab- und Ausgrenzung, Integrationshürden, (Klein-)Kriminalität, (sexualisierte) Gewalt, terroristische Attacken. Aber in welchem Ausmaß? Stimmen die medialen Darstellungen, insbesondere in den sozialen Medien mit der Wirklichkeit überein, oder sind es mediale Überhöhungen? Nicht reale Bedeutungszuweisungen? Was sind Fakten? Was ist Bauchgefühl?
Und wie lief, viel mehr, wie läuft es eigentlich in Waltrop? Hier wird niemand eingeflogen und wir schieben auch nicht ab. Wir sind im Lokalen damit konfrontiert, was im Globalen sich entwickelt, an kriegerischen Auseinandersetzungen, an Vertreibung, Klimaflucht und Armutsmigration. Wir sind vor Ort diejenigen, die die internationalen Prozesse abfedern müssen. Aus zivil- gesellschaftlicher Verantwortung, weil wir das politisch richtig finden, unserem christlichen Glauben wegen und/oder aus humanitären Gründen.
Wie gut gelingt uns das und wie können wir die damit einhergehen Aufgaben optimieren? Welche kommunikativen und monetären Ressourcen brauchen wir dafür? Was an organisatorischen Strukturen ist hierfür notwendig? Wie lassen sich Bündnisse inhaltlich füllen, beispielsweise innerhalb der Städtekoalition gegen Rassismus oder dem Palermo Appell? Und welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen müssen wir führen?
Über dies und damit zusammenhängendes wollen wir mit den Bürgermeisterkandidat*innen und Vertreter*innen der demokratischen Parteien diskutieren.
Nach den erfolgreichen Straßenpartys der letzten beiden Jahre veranstalten das Quartiershaus Alter Graben und die Flüchtlingshilfe Waltrop wieder eine bunte Openair-Feier für jung und alt, klein und groß, für jedermann und jederfrau.
Samstag, 28. Juni heißt es wieder:
„Quartier meets OneWorldParty“ 3.0: Die Welt ein Dorf – unser Haus – hier gehen alle ein und aus.
Los geht es ab 13.00 Uhr rund um das Quartiershaus des Quartiermanagements in der Straße Alter Graben 16 in Waltrop.
Geboten werden:
Internationale Speisen und Getränke zu sozialen Preisen, darunter: ukrainischer Borschtsch, nigerianische und guineische Reis-Fleischgerichte, iranisch-afghanischer Kebab, usbekisches Gebäck sowie syrische Spezialitäten und mit einer eritreischen Kaffeezeremonie wird die kleine kulinarische Weltreise abgerundet.
Außerdem:
Spiel und Spaß für Jung und Alt, Live Acts – Musik – Mitmachtanz, Spielangebote für Kinder, Hüpfburg für Kinder ab 4 Jahren, Tombola – Spielmobil – Ballontiere, Zuckerwatte / Popcorn / Kuchen und vieles mehr…
Musikalisch haben wir diesmal den Fokus auf lokale und regionale Künstlerinnen und Künstler gelegt.
So beginnen wir diesmal schon nachmittags, ab 14.30 Uhr, mit der „JoDa Group“, einem inklusiven Projekt des Johanneswerks Datteln, das Coversongs präsentieren wird.
Direkt im Anschluss, ab 15.00 Uhr, legt Mohamed Sharper Camara auf und wird uns Global beats bieten, bis die Schuhsohlen dampfen.
Andrii Korchagin (Gitarre), Daniel Arslan (Saxophon) und Artem Tiurin (Vocal) werden traditionelle und moderne Klangpassagen der ukrainischen Kultur vorstellen.
Tigrinya Music, Ethnoklänge zwischen Tradition und Moderne, werden Filmon (Krar und Gesang) und Daniel (Keyboard) präsentieren.
Ab 19.30 Uhr zerlegt das Waltroper Duo Hyon d’Ark und Michael Mc Short Harmonien und transferiert gewöhnliche Akkorde zu teils entrückt wirkenden Klangwelten. Stranger Sound – der Name ist Programm: Gitarre mit Delay, Overdrive, Vocals, Looper und Synthesizer ergeben eine post-futuristisch anmutende Sphäre von Alternative Ambient über Cosmic Country bis hin zu apokalyptischen Echos in zerbrechlichen Klangkulissen …
Das Globale im Lokalen, so kann man das Straßenfest zusammenfassen.
Die Flüchtlingshilfe veranstaltet ihre OneWorldParty nun zum achten Mal. Zum dritten Mal mit dem Quartiersmanagement zusammen.
Der Eintritt ist frei, Wasser wird kostenlos abgegeben und die Gerichte werden zu sozialen Preisen angeboten.
Das Straßenfest vom Quartiershaus und der Flüchtlingshilfe wird unterstützt von mehr als 20 Initiativen und Institutionen, die sich in die Vorbereitung mit eingebracht haben und sich zum Teil auf der Veranstaltung präsentieren und mitwirken werden.

by Redaktion
Foto-Ausstellung der Flüchtlingshilfe Waltrop im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg
Waltrop (lwl). Die Flüchtlingshilfe Waltrop hat die Foto-Ausstellung „Ankommen“ kreiert, die bald im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg zu sehen ist. Am Freitag (24.1.) um 18 Uhr lädt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) zur Eröffnung dieser Ausstellung in sein Museum in Waltrop ein.
Im Jahr 2023 befanden sich weltweit etwa 110 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Ausstellung zeigt Porträts von Menschen, die in Waltrop „angekommen“ sind. Diesen Fotos von Bernd Schäfer werden ältere Bilder gegenübergestellt, die im Heimatland der Flüchtlinge entstanden sind. Teilgenommen haben 44 Menschen aus Ägypten, Afghanistan, Armenien, Eritrea, Libanon, Syrien, Tadschikistan, Togo und der Ukraine.
„Ankommen“ ist ein vielschichtiger, manchmal widersprüchlicher Prozess. Man kann ankommen, ohne wirklich angekommen zu sein, und wer ankommt, lässt immer auch etwas zurück. Die Ausstellung erzählt sehr unterschiedliche Geschichten, die vom erfolgreichen „Ankommen“ in Waltrop und Umgebung zeugen: über eine Mathe-Lehrerin, die jetzt in der Grundschule bei der Übermittags-Betreuung mitwirkt, eine Familie, die ihr neugekauftes Haus renoviert, einen jungen Mann, der einen Job als Lkw-Fahrer gefunden hat, einen ehemaligen Stahl- und Metallbau-Unternehmer, der hier seine Facharbeiterqualifikation nachholte, oder ein fünf Monate altes Baby, das im Dattelner Krankenhaus zur Welt gekommen ist. Auf diese Weise werden die individuellen Lebensläufe hinter der abstrakten, großen Flüchtlingszahl sichtbar.
Die Ausstellung zeigt, wie Flüchtlinge neue Wege finden und sich eine neue Heimat schaffen. Das Schiffshebewerk Henrichenburg befasst sich mit Schiffen, die Menschen und Güter transportieren und symbolisiert auf diese Weise Geschichten von Migration und „Ankommen“.
Die über 100 Mitglieder der Flüchtlingshilfe Waltrop engagieren sich seit 2013 ehrenamtlich und bieten vielfältige Informations- und Orientierungsmaßnahmen für Flüchtlinge und Zugewanderte an. Sie arbeiten unter dem Dach der örtlichen Gemeinde-Caritas.
Die Ausstellung wurde mit Mitteln aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert. Im LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg ist sie bis zum 4. Mai zu sehen.
Bei der Eröffnung sprechen Bernd Schäfer, der Initiator der Ausstellung und Fotograf der Porträts, und Dr. Arnulf Siebeneicker, der Leiter des LWL-Museums Schiffshebewerk Henrichenburg. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Ankommen
Eine Ausstellung der Flüchtlingshilfe Waltrop
25.1. – 4.5.2025
LWL-Museum Schiffshebewerk Henrichenburg
Geöffnet Di – So 10 – 18 Uhr
https://schiffshebewerk-henrichenburg.lwl.org
Hier geht’s zur Ausstellung: https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=60580

Katherina S. und ihre Tochter Tatjana aus Mykolajiw/Ukraine.
Foto: Bernd Schäfer
by Redaktion
Es war das erste Mal nach Corona, dass die Flüchtlingshilfe wieder zu einer Weihnachtsfeier einlud. Rund 120 Aktive kamen Mitte Dezember in der Dorftenne von Burbaum zusammen, um sich in entspannter Atmosphäre auszutauschen. Solche Treffen sind wichtig, um sich zu vergewissern, dass man nicht allein in den vielen Auseinandersetzungen steckt, die die Integrationsbemühungen für Neuankommende in Waltrop mit sich bringen.
Und die Anforderungen wachsen, da die öffentliche Hand ihre Angebote und finanziellen Unterstützungen immer weiter zurückfährt. So hat die schwarz-grüne Landesregierung die Mittel für Komm-An-Projekte komplett gestrichen. Auch aus dem Bundesprogramm Demokratie leben! gibt es keine Fördergelder mehr. Und die Stadt Waltrop selbst sieht sich nicht in der Lage, ausreichend Integrationsmaßnahmen anzubieten.
So wird das Ehrenamt immer weiter belastet und an seine Grenzen getrieben. Und das wäre wirklich fatal, wenn das ehrenamtliche Engagement für die Integration wegbrechen würde. Neben der Kleiderkammer, die wie ein kleines Kaufhaus neben gespendeten Kleidern auch kleinere Dinge für den Alltag anbietet, und das, für alle bedürftigen Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, bietet die Flüchtlingshilfe eine Reihe von unentgeltlichen Leistungen an:
Da wären zum Beispiel die Sprachkurse, zwar auf niedrigem Niveau und ohne Abschlusszertifikat, aber ausreichend qualifizierend genug, damit sich die Neuankommenden zurechtfinden können. Auch hilft man im kleinen Rahmen bei der Suche nach Arbeit und Wohnungen, vermittelt Fahrräder und bereitet diese vorher verkehrssicher auf, unterstützt beim Ausfüllen von Anträgen und Verträgen, veranstaltet Sprach-Cafés, begleitet beim Besuch von Ärzten, Ämtern und Behörden, organisiert Rechtsberatung, Dolmetscherdienste, Kultur- und Infoveranstaltungen und so fort.
So ist die die Flüchtlingshilfe in ihrer über zehnjährigen Arbeit immer weitergewachsen und inzwischen engagieren sich in ihr auch viele Menschen, die selbst als Geflüchtete in Waltrop ankamen.
Wer sich das auch vorstellen kann, anderen Menschen als Teil der Flüchtlingshilfe zu unterstützen, kann sich hier melden:
post@fluechtlingshilfe-waltrop.de
oder telefonisch: 0160-8824782
Spenden sind natürlich auch sehr willkommen:
Kirchengemeinde St. Peter
Flüchtlingshilfe Waltrop
IBAN: DE37 4416 0014 0005 4025 00
BIC: GENODEM1DOR
Foto: Bernd Schäfer

by Redaktion
Offiziell eröffnet worden ist am Waltroper Rathaus das Projekt „MenschenrechtsOrte“. Mit Frank Schwabe, dem Beauftragten der Bundesregierung für weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit, enthüllte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Waltrop, Mareike Berweger, den ersten MenschenrechtsOrt am Eingang des Rathauses – eingerahmt von einem musikalischen Beitrag des „MenschenrechtsChores“. Bürgermeister Marcel Mittelbach wäre bei der Eröffnung überaus gern dabei gewesen, war aber kurzfristig verhindert.
Die „MenschenrechtsOrte Waltrop“ tragen die 30 Artikel der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, die die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 verkündet hatte, in den öffentlichen Raum in Waltrop.
Ein erstes Schild mit Artikel 21 („Allgemeines und gleiches Wahlrecht“) hängt nun am Eingang des Rathauses Waltrop an der Münsterstraße 1.
Die Menschenrechte seien „die Richtschnur dessen, was wir im täglichen Alltag tun sollen, und zwar auf allen Ebenen – europäisch, weltweit, bundespolitisch, landespolitisch, aber eben auch kommunalpolitisch“, so Frank Schwabe, der auch den Gruß der Bundesregierung überbrachte. Ein zweites Schild der „MenschenrechtsOrte“ – Artikel 3, das „Recht auf Leben und Freiheit“ – hängt ab sofort im Foyer der Waltroper Polizeidienststelle. Frank Schwabe übernahm die Patenschaft für den Artikel, der die Arbeit all derjenigen betrifft, die für die Sicherheit sorgen, etwa Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste.
Das Projekt „MenschenrechtsOrte“ geht zurück auf einen Beschluss des Rats der Stadt Waltrop im November 2022 und den Impuls von Volker Kaiser, die Menschenrechte der Vereinten Nationen in den öffentlichen Raum zu tragen.
Graphiker Jochen Stankowski entwarf dazu für Waltrop Schilder mit den Menschenrechten. Gefördert aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“, war dazu Ende 2023 eine Ausstellung im Rathaus an der Münsterstraße und in der Gesamtschule Waltrop zu sehen.
Schilder mit den Menschenrechten sollen fortan an möglichst vielen Orten in Waltrop zu sehen sein: Schulen, Kindergärten, Kirchen, Parteien und andere Institutionen haben Interesse bekundet, Menschenrechts-Schilder zu installieren.
Wer ebenfalls Interesse hat, kann sich an die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Waltrop, Mareike Berweger wenden – unter Tel. 02309 930-348 oder E-Mail mareike.berweger@waltrop.de
Bild: Frank Schwabe, Beauftragter der Bundesregierung für weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit, und Mareike Berweger, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Waltrop und Projektverantwortliche für die Umsetzung der MenschenrechtsOrte. Foto: Stadt Waltrop

by Redaktion
Nach dem guten Auftakt im letzten Jahr veranstalteten das Quartiershaus Alter Graben und die Flüchtlingshilfe Waltrop wieder ein buntes Straßenfest für Jung und Alt, Klein und Groß, für Jedermann und Jedefrau.
Am Samstag, 29. Juni hieß es wieder:
Die Welt ein Dorf – unser Haus – hier gehen alle ein und aus.
Geboten wurden:
Internationale Speisen und Getränke zu sozialen Preisen, darunter: ukrainischer Borschtsch, nigerianische, eritreische und guineische Reis-Fleischgerichte, iranisch-afghanisch Gegrilltes sowie syrische Spezialitäten und mit einer eritreischen Kaffeezeremonie wurde die kleine kulinarische Weltreise abgerundet.
Außerdem gab es:
Spiel und Spaß für Jung und Alt, Live Acts – Zauberei – Musik – Mitmachtanz, Spielangebote für Kinder, Hüpfburg für Kinder ab 4 Jahren, Tombola – Spielmobil – Ballontiere, Zuckerwatte / Popcorn / Kuchen und vieles mehr…
Zu den Programm-Highlights gehörte Clown und Zauberer LIAR. Nachmittags gaben ukrainische Musikerinnen und Musiker, die nach Waltrop zugewandert sind, Beispiele ihrer Virtuosität.
Das Abendprogramm startete um 17.00 Uhr. Haupt-Act war das Berliner Afrikadelle Trio. Die drei Musiker-Koryphäen aus Benin und Burkina Faso brachten die vielfältige westafrikanische Musik auf die Bühne: Afrobeat, Highlife, Salsa, Funk, Blues und lassen Gospel und Jazz mit einfließen.
Heimatliche, ukrainische Klänge brachten Ksenia Lobachova und Illia Marchuk auf die Bühne, unterstützt wurden sie von Bright Kids aus Witten. Als DJ wirkte Jonathan Petermann mit sphärischen Klängen.
Der Eintritt war frei, Wasser wurde kostenlos abgegeben und die Gerichte wurden zu sozialen Preisen angeboten.
Das Straßenfest vom Quartiershaus und der Flüchtlingshilfe wurde unterstützt von mehr als 20 Initiativen und Institutionen, die sich in die Vorbereitung mit eingebracht haben und sich zum Teil auf der Veranstaltung präsentierten.
Anbei ein paar Bilder vom Event.





















Nach dem guten Auftakt im letzten Jahr veranstalten das Quartiershaus Alter Graben (das Quartiersmanagement Adamsstr./ Alter Graben) und die Flüchtlingshilfe Waltrop wieder ein buntes Straßenfest für Jung und Alt, Klein und Groß, für Jedermann und Jedefrau.
Samstag, 29. Juni heißt es wieder:
„Quartier meets OneWorldParty“ 2.0
Die Welt ein Dorf – unser Haus – hier gehen alle ein und aus.
Los geht es ab 13.00 Uhr rund um das Quartiershaus des Quartiermanagements in der Straße Alter Graben 16 in Waltrop.
Geboten werden:
Internationale Speisen und Getränke zu sozialen Preisen, darunter: ukrainischer Borschtsch, nigerianische, eritreische und guineische Reis-Fleischgerichte, iranisch-afghanisch Gegrilltes sowie syrische Spezialitäten und mit einer eritreischen Kaffeezeremonie wird die kleine kulinarische Weltreise abgerundet.
Außerdem:
Spiel und Spaß für Jung und Alt
Live Acts – Zauberei – Musik – Mitmachtanz
Spielangebote für Kinder
Hüpfburg für Kinder ab 4 Jahren
Tombola – Spielmobil – Ballontiere
Zuckerwatte / Popcorn / Kuchen
und vieles mehr…
Zu den Programm-Highlights gehört Clown und Zauberer LIAR. Sobald der Kinderzauberer beginnt, wird die Show rasant, witzig und zauberhaft. Und so passiert es, dass schneller als gedacht, aus den Zuschauern kleine Zauberer werden. Die Kinder erleben lustige und erstklassige Unterhaltung, bei der alle zu Mitwirkenden werden.

Ab etwa 14.15 Uhr werden Musikerinnen und Musiker, die nach Waltrop zugewandert sind, Hörproben internationaler Genres bieten.
Das Abendprogramm starten wir um 17.00 Uhr.
Haupt-Act ist das Berliner Afrikadelle Trio. Die drei Musiker-Koryphäen aus Benin und Burkina Faso bringen die vielfältige westafrikanische Musik auf die Bühne: Afrobeat, Highlife, Salsa, Funk, Blues und lassen Gospel und Jazz mit einfließen.
Das Ergebnis ist eine feurige und abwechslungsreiche Tanzmusik. Die durchdringende Power-Stimme von Moussa changiert mit den eher sanften Stimmen von Tunde und Arcadius. Gesungen wird in Yorouba, Fon, Dioula, Französisch und Deutsch, dazu die virtuos gespielten und rhythmisch pulsierenden Melodieinstrumente Balafon, Ngoni und Tanikka, die allesamt die Kalebasse als akustischen Klangkörper haben, kombiniert mit Bassgitarre und Perkussion in modernen Arrangements.
Alle drei zeigen sich als virtuose und vielfältige Künstler voller Elan, Witz und genialer Musikalität!
Moussa Coulibaly: Balafon, Ngoni, Djembé, Voice
Tunde Alibaba: Percussion Drum, Gogbe, Voice
Arcadius Didavi: Bassgitarre, , Percussion, Voice
Uns gegenüber haben sie angekündigt, viel Tanzbares einstudiert zu haben und mitzubringen.

Lubov Vogel war auf vielen Bühnen in der Ukraine zuhause und begeisterte dort ihr Publikum. Inzwischen hat die Sängerin in Witten Zuflucht gefunden und zusammen mit der Sängerin Mariana Kotsemira eine Musikschule gegründet. „Bright Kids“ nennt sich der Chor aus jungen Sängerinnen und Sängern, die heimatliche Klänge anstimmen werden. Unterstütz werden sie von Ksenia Lobachova und Illia Marchuk.

Als DJ haben wir Jonathan Petermann gewinnen können. Der Sohn des erfahrenen DJs Winni Petersmann, hat bereits mit 14 Jahren die Bühne erobert und sich als DJ etabliert. Mit seiner Fähigkeit, die Stimmung des Publikums zu spüren und darauf einzugehen, hat Jonathan bereits in jungen Jahren gezeigt, dass er ein natürliches Talent für das DJing besitzt. Sein technisches Geschick und sein Gespür für Musik ermöglichen es ihm, nahtlose Übergänge und eine Atmosphäre zu schaffen, die das Publikum begeistert. Sein Einstieg in die DJ-Welt beim Waltroper Festival war erst der Anfang einer vielversprechenden Entwicklung, und die Fans des jetzt 15-jährigen können gespannt sein, wohin seine musikalische Reise sie führen wird.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei, Wasser wird kostenlos abgegeben und die Gerichte werden zu sozialen Preisen angeboten.
Das Straßenfest vom Quartiershaus und der Flüchtlingshilfe wird unterstützt von mehr als 20 Initiativen und Institutionen, die sich in die Vorbereitung mit eingebracht haben und sich zum Teil auf der Veranstaltung präsentieren werden:
Jugendhilfestation Waltrop
Demokratie Leben
Stadt Waltrop
Caritasverband Ostvest
Der Laden Waltrop
Seniorenbeirat Waltrop
Taschengeldbörse Waltrop
Sozialdienst Katholischer Frauen SKF
Evangelische Kirchengemeinde Waltrop
DLRG Waltrop
Westenergie
TTV Waltrop 99
Familienzentrum St. Peter
BSV Die Erste – Schützenverein Waltrop
Deutsch türkischer Freundeskreis
Weltladen Waltrop
Vonovia
Vonovia Sozialstiftung
Akademie der Kampfkunst
Komm An NRW
Waltrops 3. Ort
Lebenshilfe Waltrop
Arbeiterwohlfahrt AWO
St. Barbara Kita
Kinder machen Zukunft
Kinder- und Jugendbüro Waltrop
Kommunales Integrationszentrum Kreis RE

Wer die Ausstellung noch nicht gesehen hat oder sie nochmal sehen will:
Ab morgen, 14.05.2024, Eröffnung um 10.00 Uhr, hängt die Ausstellung für vier Wochen in der Kardinal-von-Galen Schule, In der Baut 27, 45731 Waltrop.
Zur inhaltlichen Einführung:
Deutschland ist ein Einwanderungsland und die Immigration lässt sich in vielfältiger Weise nachzeichnen und darstellen. Die Menschen, die ankommen, sind mit vielfältigen, oft ihnen unbekannten Anforderungen konfrontiert. Sozial, kulturell, politisch – sie müssen sich mit vielen neuen Strukturen auseinandersetzen und in ihnen zurechtfinden. „Ankommen“ ist deshalb ein sehr vielschichtiger Prozess.
Das wurde mit diesem Projekt fotografisch thematisiert, um darüber für mehr Verständnis für diese Entwicklungen zu werben, und um innerhalb der Integrations-Diskurse die Sensibilität dafür zu erhöhen.
Die entstandenen Geschichten sind höchst unterschiedlich: Eine Mathe-Lehrerin, die jetzt Übermittagsbetreuung an einer Grundschule macht, ein ehemaliger Unternehmer, der nochmal eine Ausbildung gemacht hat, eine Psychologin, die jetzt an einem Sprachkurs teilnimmt, eine Familie, die ihr frisch gekauftes Haus renoviert, ein junger Mann, der gerade seine LKW-Ausbildung absolviert und einen Job gefunden hat usf.
Der jüngste Teilnehmer ist fünf Monate alt und im Dattelner Krankenhaus zur Welt gekommen. Teilgenommen haben 44 Menschen aus den folgenden Ländern: Ägypten, Afghanistan, Armenien, Eritrea, Libanon, Syrien, Tadschikistan, Togo und der Ukraine.




by Redaktion
Die Ausstellung „Ankommen“ ist ab sofort im Waltroper Rathaus zu sehen. Bürgermeister Marcel Mittelbach eröffnete die Schau am Dienstag (13.02.2024) gemeinsam mit den Ausstellungs-Initiatoren der Flüchtlingshilfe Waltrop um Bernd Schäfer.
„Ankommen“ zeigt 24 Bilder von 44 Menschen aus aller Welt: aus Armenien und Eritrea, aus Syrien und Tadschikistan, aus der Ukraine und weiteren Ländern. „Das Ankommen ist eine Herausforderung, ein Infragestellen der eigenen Identität und der Verlust von gewohnten Formen des Miteinanders. Wer ankommt, hinterlässt etwas und verlässt es aber auch“, heißt es im Katalog zur Ausstellung.
Die Bilder der Ausstellung zeigen Porträts der neuen Mitbürger:innen, die auf den Bildern darstellen, was sie am meisten mit „Ankommen“ verbinden. Private Fotos und Bilder, die während des vielfältigen gemeinsamen Tuns entstanden sind, ergänzen diese Porträts.
Zu sehen ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten des Waltroper Rathauses – und zwar bis zum 8. März 2024 im Flur des 1. OG.
Auf dem Bild (von links): Mervan Rasho vor „seinem“ Bild in der Ausstellung, Maria Gaida-Greger (Flüchtlingshilfe), Bernd Schäfer (Flüchtlingshilfe), Sebastian Bikhit vor „seinem“ Bild und Bürgermeister Marcel Mittelbach. Foto: Stadt Waltrop
https://www.waltrop.de/Inhalte/Ueber_Waltrop/aktuelles.asp?form=detail&db=308&id=4064

Eröffnung am 13.02., 17.00 Uhr, im Rathaus Waltrop, 1. OG.
Bürgermeister Marcel Mittelbach wird die Ausstellung mit einigen einleitenden Worten eröffnen. Ausstellungsende: 08.03.2024.
Deutschland ist ein Einwanderungsland und die Immigration lässt sich in vielfältiger Weise nachzeichnen und darstellen. Die Menschen, die ankommen, sind mit vielfältigen, oft ihnen unbekannten Anforderungen konfrontiert. Sozial, kulturell, politisch – sie müssen sich mit vielen neuen Strukturen auseinandersetzen und in ihnen zurechtfinden. „Ankommen“ ist deshalb ein sehr vielschichtiger Prozess.
Das wurde mit diesem Projekt fotografisch thematisiert, um darüber für mehr Verständnis für diese Entwicklungen zu werben, und um innerhalb der Integrations-Diskurse die Sensibilität dafür zu erhöhen.
Die entstandenen Geschichten sind höchst unterschiedlich: Eine Mathe-Lehrerin, die jetzt Übermittagsbetreuung an einer Grundschule macht, ein ehemaliger Unternehmer, der nochmal eine Ausbildung gemacht hat, eine Psychologin, die jetzt an einem Sprachkurs teilnimmt, eine Familie, die ihr frisch gekauftes Haus renoviert, ein junger Mann, der gerade seine LKW-Ausbildung absolviert und einen Job gefunden hat usf.
Der jüngste Teilnehmer ist fünf Monate alt und im Dattelner Krankenaus zur Welt gekommen. Teilgenommen haben 44 Menschen aus den folgenden Ländern: Ägypten, Afghanistan, Armenien, Eritrea, Libanon, Syrien, Tadschikistan, Togo und der Ukraine.

by Redaktion
Cihat Senguel vom Deutsch-Türkischen Freundeskreis brachte es auf den Punkt: „Es ist ein Marathon“ und so eindrucksvoll das Statement der Waltroper Zivilbevölkerung mit weit mehr als 2000 Demonstrationsteilnehmenden letzten Samstag auch war, es kann nicht einmalig bleiben.
Wer gedacht hat, man könne die „Anschläge von Rostock und Lichtenhagen, von Solingen von Mölln, Hanau und Halle oder die schrecklichen NSU-Morde der 1990er und 2000er Jahre“ irgendwann mal als unrühmlichen Teil unserer jüngeren Geschichte abhaken, der hat sich geirrt. Die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus, mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, den faschistoiden Narrativen wird auch weiterhin unser Handeln bestimmen.
Doch wie mit welchen Strategien und Ressourcen ließe sich dies angehen? Wir werden auch zukünftig mit einer Ausweitung von kriegerischen Konflikten und damit einhergehend mit einer Zunahme von Flüchtlingsbewegungen rechnen müssen. Schon jetzt werden viele Menschen infolge der Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen durch die Klimakrise gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Auch das wird zunehmen.
Man kann darauf keine einfache Antwort formulieren. Wer jedoch den Populismus entwaffnen will, muss die Zivilgesellschaft stärken. Demokratie und politische Teilhabe materialisieren sich im Infrastrukturellem des Lokalen. Daraus folgt zwingend die Notwendigkeit einer Stärkung der kommunalen Finanzspielräume und Schaffung sowie Stärkung der zivilgesellschaftlichen Teilhabe.
Die Flüchtlingshilfe Waltrop ist, neben vielen anderen Initiativen, eines dieser Projekte, das für eine solche nachhaltige Perspektive steht:
Man lernt die Wirklichkeit besser kennen, und lernt darüber Vorurteile und Ressentiments abzubauen und kann diese auch dem eigenen sozialen Umfeld vermitteln.
Man lernt die Komplexität der Themen kennen und wird darüber weniger empfänglich für einfache Ansichten.
Man tut was Gutes. Das hilft nicht nur den Menschen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt, weil darüber Integration einfacher gelingt.
Und mit der Integrationsarbeit reduziert man nicht nur potenzielle Konflikte, sondern erspart dem Staat immense Gelder, die er für andere wichtige Aufgabe dann übrighat.
Allein in Waltrop dürfte die Arbeit der Flüchtlingshilfe bei der Job- und Wohnungssuche, bei der Hilfestellung bei Behördengängen, bei Anträgen, bei Schulbesuchen, durch die Arbeit der Kleiderkammer, durch die Vermittlung von Möbeln, Fahrrädern usw., der Stadt jährlich eine sechsstellige Summe einsparen.
All dies kommt dem sozialen und kulturellen Miteinander zugute, worüber Populismus sich praktisch widerlegen lässt.





















by Redaktion
Wir stehen auf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Faschismus.
Wir stehen auf für eine Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe, oder Religion, unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung, unabhängig von ihren Behinderungen ihr Leben leben dürfen.
Wir stehen auf gegen Vertreibungspläne und menschenfeindlichen Ideologien von AfD und anderen extremen Rechten, wie sie von der Rechercheplattform Correctiv enthüllt wurden.
Wir stehen auf für unsere Demokratie, um sie zu verteidigen und zu stärken.
Wir stehen auf gegen den Rechtsruck, die ständigen Tabubrüche der AfD und die Verschiebung des Sagbaren und Denkbaren durch Rechtsextreme.
Wir stehen auf für Menschlichkeit!
Lasst uns gemeinsam ein deutliches Zeichen setzen:
Am 27.01.2024
15 Uhr: Treffpunkt Rathaus, Demonstrationszug
ca. 15:30 Uhr: Marktplatz, Kundgebung
AWO Waltrop, Bündnis 90/Die Grünen Waltrop, CDU Waltrop, Deutsch-Türkischer Freundeskreis e.V., DGB Waltrop, Evangelische Kirchengemeinde Waltrop, FDP Waltrop, Flüchtlingshilfe Waltrop, GEW Castrop-Rauxel/Waltrop, GeWinN Am Stutenteich e.V., Junge Union Waltrop, Jusos Waltrop, Katholische Pfarrei St. Peter Waltrop, Seebrücke Waltrop, Seniorenbeirat Waltrop, Stadtsportverband Waltrop, SPD Waltrop, Unabhängige Fraktion Waltrop, Waltroper Aufbruch, Zuhause in Waltrop.

ist ein Volkslied, das vermutlich so um 1900 entstanden ist und für eine Schifffahrt mit Geflüchteten nicht gerade so die ideale Beschreibung für eine Reise ist, wenn man an aktuelle Ereignisse im Mittelmeer und vor den Kanarischen Inseln denkt. Im Jahr 2023 (Stand: 10. Juli 2023) sind bisher 1.875 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben. Seit dem Jahr 2014 sind bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 27.633 Geflüchtete im Mittelmeer ertrunken.
Trotzdem. Wir hatten letzte Woche Mittwoch (19.07.2023) sehr viel Spaß auf unserer Fahrt mit der Henrichenburg, das Dattelner Meer passierend, auf dem Dortmund-Ems-Kanal Richtung Nordsee. Nach vier Stunden waren wir allerdings wieder zurück am Unterwasser der alten Schachtschleuse am Hebewerk. Vermutlich endlich für die vielen Kinder, die mit an Bord waren, denn nördlich von Datteln wechseln sich Felder und Wiesen nur noch ab und wenn wir nicht ausreichend Kartenspiele dabeigehabt hätten und Kapitän Kracke die Kinder nicht abwechselnd ans Steuer gelassen und Kanalkäpt‘n-Urkunden ausgestellt hätte, wir wären wahrscheinlich mit vielen unzufriedenen Kindern konfrontiert gewesen. So allerdings herrschte an Bord eine ausgelassene und fröhliche Stimmung, gut geeignet, die eigenen Sorgen mal über Bord gehen zu lassen.
Insgesamt zu sechzigst waren wir unterwegs, mehr fasst die Henrichenburg nicht, leider, denn es gab viel mehr Interessenten als mitfahren konnten. Wir werden es deshalb wiederholen müssen. Die mitgereisten Erwachsenen freuten sich über das gute Wetter und genossen die Sonnenstrahlen. Und auch für sie hatte Kapitän Kracke was Unterhaltsamens parat: Schlüsselanhänger selbst geflochten nach Schifffahrtsknotenart. Es waren unterhaltsame Stunden für die in den Ferien notgedrungen Daheimgebliebenen während, wie wir ja leider gerade erfahren müssen, die in Not geratenen Urlauber*innen rund ums Mittelmeer vor den Auswirkungen der Klimakrise, den brennenden Wäldern, fliehen müssen.
Fotos (c): B. Schäfer









Die Waltroper Guinea-Hilfe feiert am 08. Juli 2023 ihre Tabaski-Party, ein interkulturelles Fest. Alle weltoffenen Menschen sind ausdrücklich zu diesem Zuckerfest eingeladen! Die Party beginnt bereits um 14.00 Uhr, soll aber bis spät in die Nacht gehen. Die Feier findet in St. Marien, Riphausstr. 2, statt.

Unter dem Aufruf: Quartier meets OneWorldParty und dem Motto: Die Welt ist ein Dorf – und bei uns zu Haus, veranstalten das Quartiershaus Alter Graben und die Flüchtlingshilfe Waltrop Samstag, 03. Juni, ein buntes Straßenfest für jung und alt, klein und groß, für jedermann und jederfrau.

Los geht es ab 13.00 Uhr rund um das Quartiershaus des Quartiermanagements in der Straße Alter Graben 16 in Waltrop.
Auf dem Programm stehen:
· Spielangebote für Kindergartenkinder
· Hüpfburg mit Rutsche für Kinder ab 4 Jahren
· Kinderschminken und Glitzertatoos
· Ballontiere, Gesellschaftsspiele, Kicker und Spielroboter
· Minigolf, Minitische mit Tischtennis
· Pop-Up Jugendzentrum und Parcours
· Stände mit Süßigkeiten / Salziges / Popcorn / Kuchen
· Tombola, Secondhand-Markt für Kinder
· Grillstand, Getränkestand (Wasser kostenlos)
· Informationsstände verschiedener sozialer Anbieter und Träger
· und vieles mehr…
Um 13.30 Uhr werden Bürgermeister Marcel Mittelbach und die Veranstalter das Fest offiziell eröffnen.
Bis 16.00 Uhr werden noch in Planung befindende Aufführungen für Jung und Alt stattfinden.
Ab 16.00 Uhr bringt Zauberin Parella mit ihren Aufführungen die Kinder zum Lachen, zum Staunen und regt zum Mitmachen an. Eine Zaubershow mit Kinderanimation auf höchstem Niveau.
Gegen 17.00 Uhr startet das Abendprogramm:
Internationale Speisen werden dann angeboten. Zum Beispiel ukrainischer Borschtsch, nigerianische und guineische Reis-Fleischgerichte, iranisch-afghanisch Gegrilltes sowie syrische Spezialitäten und mit einer eritreischen Kaffeezeremonie wird die kleine kulinarische Weltreise abgerundet.
Musikalisch beginnen wir den Abend mit dem
Afriakdelle Trio
Die drei Musiker-Koryphäen aus Benin und Burkina Faso lernten sich zufällig im Multikulti-Schmelztiegel Berlin kennen. Ihr Repertoire beziehen sie aus der vielfältigen westafrikanischen Musik, wobei sie zugleich ihre ebenso reichen Erfahrungen mit Afrobeat, Highlife, Salsa, Funk, Blues, Gospel und Jazz einfließen lassen.
Das Ergebnis ist eine feurige und abwechslungsreiche Tanzmusik. Gesungen wird in Yorouba, Fon, Dioula, Französisch und Deutsch, begleitet von virtuos gespielten und rhythmisch pulsierenden Melodieinstrumenten Balafon, Ngoni und Tanikka, die allesamt die Kalebasse als akustischen Klangkörper haben, kombiniert mit Bassgitarre und Perkussion in modernen Arrangements.
Alle drei zeigen sich als virtuose und vielfältige Künstler voller Elan, Witz und genialer Musikalität!
Das Trio bilden:
Arcadius Didavi (Bass und Gesang)
Moussa Coulibaly (Balafon, Ngoni, Gesang)
Venant Ntiomo (Schlagzeug, Percussion, Gesang)
Sie war auf vielen Bühnen in der Ukraine zuhause und begeisterte dort ihr Publikum: Lubov Vogel. Inzwischen hat die Sängerin in Witten Zuflucht gefunden und zusammen mit der Sängerin Mariana Kotsemira eine Musikschule gegründet. „Bright Kids“ nennt sich der Chor aus jungen Sängerinnen und Sängern, die heimatliche Klänge anstimmen werden. Etwas im Kontrast dazu wird Andrii Korchagin die Rockgitarre zum Schwingen bringen und ukrainische Vocals zum Besten geben.
André George und Band machen Reggae! Um genauer zu sein deutsch- und englischsprachigen Roots Reggae! Dieser ist geschickt gespickt mit Einflüssen aus der weiten Welt der guten Musik. Ob Auftritte beim Ruhr Reggae Summer 2019 in Dortmund, beim Summerjam in Köln oder dem Reeperbahnfestival in Hamburg, ihre Musik ist immer kompatibel, weil sie den Song in den Mittelpunkt stellt, ohne die Roots zu vergessen! Neben deutschsprachigen Rootz-Songs präsentieren André George & Band auch viele ausgesuchte Reggaeklassiker von Reggaegrößen wie Bob Marley, Peter Tosh, Burning Spear oder UB40. Garantiert ist eine spielfreudige, sympathische Reggaeband und tanzbarer, hörenswerter und authentischer Roots Reggae vom Allerfeinsten!
Abgerundet wird das musikalische Programm mit Global Beats von DJ Mohamed Sharper Camara, der schon im letzten Jahr auf der fünften OneWorldParty die Innenstadt in eine Tanzmeile verwandelte.
Der Eintritt ist frei, Wasser wird kostenlos abgegeben und die Gerichte werden zu sozialen Preisen angeboten.
Das Straßenfest vom Quartiershaus und der Flüchtlingshilfe wird unterstützt von mehr als 20 Initiativen und Institutionen, die sich in die Vorbereitung mit eingebracht haben und sich zum Teil auf der Veranstaltung präsentieren werden.
by Redaktion
Es gehört zur kleinen und guten Tradition, dass die Flüchtlingshilfe Waltrop sich an den Internationalen Wochen gegen Rassismus beteiligt. Dieses Jahr sind wir wieder mit einem Infostand in der Innenstadt dabei.
Nächsten Samstag, 25.03.2023, von 11.00 bis 12.30 Uhr am Kiepenkerl-Brunnen.
Man trifft uns dort zum Gespräch und für Infos. Und Waffeln und Kaffee gibt es auch.
Das Motto der diesjährigen Wochen lautet:
100 % Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus – »Misch Dich ein«Beitrag Excerpt
Seit vielen Jahren bieten die von den Vereinten Nationen initiierten »Internationalen Wochen gegen Rassismus« eine besonders gute Gelegenheit, das vielfältige Engagement gegen Rassismus und jede Form gruppenbezogener Menschen-feindlichkeit öffentlichkeitswirksam sichtbar zu machen und damit ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass zu setzen.
Gemeinsam mit vielen Kooperations- und Aktionsbündnispartnern koordiniert die Stiftung gegen Rassismus die Aktionswochen, die im Jahr 2023 vom 20. März bis 02. April stattfinden.
Anlass für die Aktionswoche ist der 21. März, den die Vereinten Nationen im Jahre 1966 zum alljährlichen Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung ausriefen. Erinnert wird an diesem Tag an das blutige »Massaker von Sharpeville« in Südafrika. Am 21. März 1960 waren dort tausende Menschen zusammengekommen, um gegen das Apartheidregime, die ungerechten Passgesetze und für gleiche Rechte zu demonstrieren. Die Polizei schoss in die wehrlose Menge; 69 Menschen, darunter acht Frauen und zehn Kinder, fanden den Tod. Unzählige wur- den verwundet, teilweise schwer.
Fast dr
eißig Jahre nach dem »Massaker von Sharpeville« war der Kampf gegen das Apartheidregime in Südafrika gewonnen. Die einstigen Revolutionäre des African Na- tional Congress (ANC) lösten das Unrechtsregime ab. Nelson Mandela, der ehemalige Staatsfeind Nr. 1, wurde Staatspräsident.
Weitere Infos:

Über den Abend verteilt waren es rund 200 die trotz der unsicheren Wettersituation zu unserer OneWorldParty gekommen waren. Als wir noch um 15.00 Uhr im strömenden Regen die Bühne, Tische und Bänke aufstellten mussten wir allerdings befürchteten, dass auf der Bühne mehr Leute stehen, als sich an Publikum einfinden würde. Es kam anders. Zu Veranstaltungsbeginn hörte der Regen auf und die Party konnte starten. Mit guter Musik, toller Stimmung, Straßentänzen und vielem guten Essen. DJ Mohamed Sharper Camara machte einen tollen Job, Walthorpe Sounds stellte den Waltrop Blues vor, special guest Andrii Korchagin rockte ukrainische Lieder und das Kiewer Duo Roksana Smirnova und Misha Kalinin transferierte ukrainische Traditionals zu jazzigen Sphären. Stresstest mit Bravour bestanden, kann man nur sagen. Anbei ein paar Bilder.
by Redaktion
Es ist die 5. Auflage und neben diesem kleinen Jubiläum ist die OneWorldParty der Flüchtlingshilfe in diesem Jahr mit zwei Besonderheiten verbunden:
Zum ersten Mal findet die Party nicht im Pfarrgarten statt, sondern mitten in der Stadt. Downtown, rund um den Kiepenkerlbrunnen werden diesmal Bühne, Getränkewagen, Tische, Bänke und die kulinarischen Angebote, internationale Speisen aus dem afrikanischen und asiatischen Raum, aufgebaut.
Ein musikalischer Schwerpunkt, und das ist die zweite Besonderheit, ist zudem die Ukraine. Das Kiewer Duo mit der Pianistin Roksana Smirnova und dem Gitarristen Misha Kalinin wird einen genreübergreifenden und kreativen musikalischen Dialog präsentieren.
Inzwischen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist die zweite Formation des Abends: Walthorpe Sounds. Die aus alten und neuen Mitbürgern international zusammengesetzte Gruppe bewegt sich stilistisch ebenfalls grenzüberschreitend. Die sieben Musiker*innen verbinden Elemente des afrikanischen Highlife mit Rap-Passagen sowie groovenden Rock- und Popballaden.
Für den ground sound sorgt DJ Mohamed Sharper Camara. Der (Neu-) Waltroper hat sich inzwischen auf vielen kleineren Veranstaltungen einen Namen gemacht. Auf der Party wird er global sounds bis zum Abwinken auflegen.
Wie immer gilt: Eintritt frei und Speisen sowie Getränke zu sozialen Preisen.
Beginn ab 17.00 Uhr
Samstag, 10.09.2022
Rund um den Kiepenkerlbrunnen in der Waltroper Innenstadt
In diesem Jahr wird die Veranstaltung von der Stadt Waltrop unterstützt.

by Redaktion
Die Wanderausstellung Experiment HEIMAT reist an ihre vierte Station ins LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop. Nachdem sie zu Gast im Stadtarchiv Bochum war, ist sie ab Samstag, 23. Juli auf dem Lastkahn OSTARA zu sehen. Um 15 Uhr ist die Eröffnung mit einem bunten Kulturprogramm.
Mathias Wagener vom LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk begrüßt die Gäste im HEIMAT-Labor vor der OSTARA. Im Anschluss spielen die „Walthrope Sounds“ – deren Klänge sich zwischen afrikanischem Highlife, Rap und groovenden Rock- und Popbeats bewegen. Um 15.15 Uhr stellt WLB-Leiter Heiner Remmert in einem Gespräch mit dem Kulturjournalisten Volker Stephan das Projekt vor. Danach betritt Sascha Thamm die Bühne und trägt Texte aus seinem Programm „Gesammelte Abrissbirnen“ vor. Er ist bei mehr als 200 Poetry-Slams, Lesebühnen und Comedy Shows aufgetreten und hat u.a. den NDR Comedy Contest gewonnen. Mit Musik von den „Walthrope Sounds“ endet das Programm. Für eine Erfrischung sorgt Eis von der „Kuhbar“.
Die Ausstellung zeigt die künstlerischen Ergebnisse der Autor:innen und Fotograf:innen, die zum Thema HEIMAT in Westfalen recherchiert haben: Peter Bialobrzeski, Helene Bukowski, Jörg Brüggemann, Safiye Can, Nora Gomringer, Lütfiye Güzel, Sabrina Janesch, Wladimir Kaminer, Alem Kolbus, Loredana Nemes, Ute Mahler, Werner Mahler, Sharon Dodua Otoo, Christina Stohn, Nikita Teryoshin, Najem Wali und Aleksandra Weber.
An einer Multimedia-Station können die Besucher:innen ausgewählte Passagen aus den Texten der Autor:innen hören und Experiment HEIMAT-Videos schauen.
Weitere Informationen zur Vernissage am 23. Juli, im Schiffshebewerk Henrichenburg, Am Hebewerk 26, 45731 Waltrop und Wissenswertes zum Projekt Experiment HEIMAT findet ihr auf [www.experimentheimat.de.](http://www.experimentheimat.de/…)

Die Flüchtlingshilfe Waltrop beteiligt sich mit einem Infostand an dem diesjährigen CSD Waltrop am Samstag, 09. Juli, von 12.00 bis 20.00 Uhr vor dem Rathaus.
Wer fliehen muss, hat dafür gute Gründe. Dies gilt insbesondere für Flüchtlinge aus dem globalen Süden, die wegen ihrer sexuellen Identität diskriminiert werden. In zahlreichen Ländern droht lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen (LSBTI) Menschen Gefahr für Freiheit, Leib und Leben, nicht selten langjährige Gefängnishaft oder gar die Todesstrafe.
In Deutschland hoffen sie frei und sicher leben zu können, doch oftmals werden sie enttäuscht und erfahren wieder Gewalt, vor allem auch in den zentralen Flüchtlingssammelunterkünften. Gleichzeitig sorgt die erlebte und verinnerlichte gesellschaftliche Tabuisierung, Kriminalisierung und Marginalisierung dafür, dass viele LSBTI-Geflüchtete sich derart für ihre Identität schämen oder Angst vor Gewalt und Diskriminierung nach einem Outing haben, dass sie ihre Asylgründe während der Anhörungen nicht vorbringen.
Um dem entgegenzuwirken, müssten alle Geflüchteten frühzeitig informiert und dazu beraten werden, dass Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung bzw. geschlechtlicher Identität ein Asylgrund ist, sowie darüber, dass LSBTI-Geflüchtete als besonders schutzbedürftige Gruppe ihren besonderen Schutzbedarf anmelden können. Solche Beratungsstellen werden allerdings weder vom Kreis noch von Waltrop angeboten.
Ein erster Schritt wäre, entsprechendes Informationsmaterial mehrsprachig anzubieten und die Mitarbeiter*innen der Stadt für dieses Thema zu sensibilisieren und zu schulen, um entsprechende Hilfestellungen anbieten zu können.
Waltrop ist darüber hinaus allerdings auch nicht gut in Sachen Integration aufgestellt:
– der AK Integration hat seit fast fünf Jahren nicht mehr getagt,
– ein*e Integrationsbeauftrage*r, laut der zu Beginn der Legislaturperiode beschlossenen Hauptsatzung (§4) vorgesehen, wurde immer noch nicht eingestellt,
– von den acht Aufgaben, die sich aus dem Bündnis „Sicherer Hafen“ entsprechend des Palermo-Apells ergeben, hat Waltrop gerade mal zwei abgearbeitet, und
– wie der Zehn-Punkte-Aktionsplan der Städte-Koalition gegen Rassismus umgesetzt wird, erfährt man leider nicht.
Es ist zwar wichtig, reicht allerdings nicht aus, den Ankommenden Wohnen und Essen anzubieten. Für eine nachhaltige Integration bedarf es mehr. Sie ist ein permanenter Prozess, eine gesellschaftlich umfassende Aufgabe und sollte mit der institutionellen Anbindung der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen erfolgen, die in diesem Feld tätig sind. Unseres Erachtens mit einem Integrationsbeirat, der sich mit den gesellschaftlich und sozial Marginalisierten befasst und an der konzeptionellen, wie praktischen Integration mitwirkt und die kommunalen Aufgaben unterstützt.
