Einige Impressionen von der Demonstration gegen die Tagung der rechtsextremen AfD in unserer Stadthalle vom 24. Mai 2020. Mit rund 120 Teilnehmer*innen – in Zeiten von Corona – war die Kundgebung gut besucht. Insbesondere auch deshalb, weil erst einige Tage vorher öffentlich wurde, dass die Stadthalle an die Rechtsextremen vermietet wurde. Die Demonstration war von der #SeebrückeWaltrop organisiert worden.
Caritas berät nun auch digital zu Fragen rund um Migration und Asyl
Zugewanderte Menschen haben wegen Corona erhöhten Unterstützungs- und Beratungsbedarf
Berlin, 19. Mai 2020. Seit Anfang der Woche bietet die Caritas ihre Migrationsberatung auch digital auf der Online-Beratungsplattform der Caritas an. Aufenthalts- und Asylrecht, Sprachkurse, Arbeitssuche Familienzusammenführung, Behandlung von Gewalttraumata, Wohnungssuche oder Einbürgerung etc. – in all diesen Fragen können sich nach Deutschland zugewanderte und geflüchtete Menschen neu auch online anonym, datensicher und kostenfrei beraten lassen.
„Jetzt können die örtlichen Beratungsstellen der Caritas im Zuge der einsetzenden Lockerungen die Präsenzberatung langsam wieder ausweiten, aber: Es werden coronabedingt viele Einschränkungen im Publikumsverkehr bestehen bleiben. Und möglicherweise will nicht jede oder jeder Hilfesuchende sofort wieder persönlich in die Beratungsstellen kommen. Über die Online-Beratung können wir für alle da sein“, so Caritas-Präsident Peter Neher.
Zugwanderte Menschen haben aktuell hohen Beratungsbedarf
Zugewanderte Menschen, Geflüchtete oder andere Personen ohne deutschen Pass sind in dieser Zeit besonders auf Unterstützung und Beratung angewiesen: Die Schließung der Grenzen und der Visastellen verhindert die Familienzusammenführung, der eingeschränkte Zugang zu Schule, Sprach- und sonstigen Kursen bedeutet für die Integration große Hürden, die Unsicherheit über die wirtschaftliche Situation, Ausbildungs- und Jobperspektiven ist hoch.
Zunächst sind rund 150 Migrationsberaterinnen und Berater digital im Einsatz, viele weitere werden in den kommenden Wochen und Monaten dazukommen, Fortbildungen finden gerade intensiv statt. Alle gehören zu den insgesamt mehr als 1000 Beraterinnen und Beratern, die in den mehreren Hundert Beratungsstellen für Migrationsfragen der Caritas tätig sind.
Caritas Online-Beratung derzeit stark nachgefragt
Mit dem Thema Migration erweitert die 2006 online gegangene Online-Beratungsplattform der Caritas ihr Angebot um einen 17. Bereich. Auch zu Fragen rund um Pflege, Schwangerschaft, Schulden, Sucht und viele andere Themen können sich Menschen in Not niederschwellig und kompetent auf https://www.caritas.de/onlineberatung beraten lassen – auch dann, wenn sie parallel die Dienste der analogen Beratung in der Beratungsstelle in Anspruch nehmen.
In den Monaten März und April wurde die Caritas-Onlineberatung sehr stark angefragt. Zuletzt verzeichnete sie rund 1.000 Kontakte mit Klientinnen und Klienten pro Tag – ungefähr dreimal so viel wie noch im Februar.
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Pressestelle
Redaktion:
Mathilde Langendorf (Verantwortlich)
Pressesprecherin
Familien muss zielgerichtet und schnell geholfen werden: Zugang zu Bildung sichern, Familienzusammenführung flexibel gestalten
14. Mai 2020. „Dieses Jahr steht der Tag der Familie am 15. Mai ganz im Zeichen der Coronapandemie. Familien sehen sich vielfältigen Herausforderungen ausgesetzt: Manche sind auseinandergerissen; andere verbringen mehr Zeit miteinander, als ihnen lieb wäre, Konflikte werden sichtbar; für viele Familien in prekären Verhältnissen ist zudem die finanzielle Not groß“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Die Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wird einige Probleme graduell lösen, auch unsere sozialen Einrichtungen und Dienste, zum Beispiel in der Familienberatung, werden helfen und unterstützen. Für bestimmte Anliegen sind aber politische Entscheidungen notwendig, beispielsweise in Richtung bildungsferner Familien und geflüchteter Familien, deren Mitglieder voneinander getrennt sind“.
Zugang zu Bildung sichern
Viele Schulkinder und Jugendliche gerade aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien laufen angesichts der fortdauernden Quasi-Schließung der Schulen Gefahr, abgehängt zu werden. Es ist dringend notwendig, diese Familien mit Computern auszustatten und in ihre Kompetenzen zu investieren, damit die Kinder auch digital am Unterricht teilnehmen können. Der von der Bundesregierung hierfür beschlossene Zuschuss von 150 Euro ist wichtig, ist aber zu niedrig. Die Kosten müssen für Grundsicherungsempfänger in einer angemessen Form übernommen werden. „Die Bundesregierung muss das im Koalitionsausschuss angekündigte Sofortausstattungsprogramm Schulen jetzt zügig auf den Weg bringen. Jeder Tag, an dem nichts geschieht, ist ein verlorener Tag für die Bildungschancen der Kinder“, kritisiert Neher.
Die im Bildungs- und Teilhabepaket vorgesehenen Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben von 15 Euro monatlich sollten zudem auf 30 Euro aufgestockt und für Bücher, Spiele oder Bastelmaterial verwendet werden können.
Damit sich die Bildungsungleichheit nicht verschärft, müssen sozial- und bildungsbenachteiligte Kinder bei der schrittweisen Öffnung der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen möglichst schnell berücksichtigt werden.
Migration: Familienzusammenführung ist zum Erliegen gekommen
„Ich denke an diesem Tag auch an die vielen geflüchteten Familien, die coronabedingt nicht zusammenkommen können“, so der Caritas-Präsident weiter. „Schon vor Corona war der Familiennachzug langwierig und schwierig, durch die Schließung der Visastellen ist er zum Erliegen gekommen. Das heißt, dass Familienmitglieder, die schon lange getrennt sind, auf absehbare Zeit keine Aussicht haben, wieder zusammenleben zu können“.
Besonders dramatisch ist die Lage für minderjährige Geflüchtete, deren Eltern nicht nachziehen können. Nicht wenige von ihnen werden in den kommenden Monaten volljährig und verlieren somit den Anspruch auf den Nachzug ihrer Verwandten, auf den sie monatelang gewartet und gehofft haben.
„Viele Menschen kommen in verzweifelte Situationen“, so Neher. „Eine pragmatische Auslegung der Regeln durch das Auswärtige Amt kann hier aber Abhilfe schaffen – indem der Anspruch auf Familienzusammenführung bestehen bleibt oder bereits ausgestellte Visen verlängert werden, bis die Menschen tatsächlich nach Deutschland reisen können. So viel Humanität muss in dieser Zeit sein.“
Lesen Sie hier mehr zum Engagement im Migrationsbereich in Zeiten von Corona.
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Pressestelle
Redaktion:
Mathilde Langendorf (Verantwortlich)
Pressesprecherin
Corona-Folgen treffen Geflüchtete und Migrant(inn)en in Deutschland besonders hart – Deutscher Caritasverband fordert pragmatische und unbürokratische Lösungen
In der Pandemie entfalten ausländerrechtliche Vorgaben für viele Migrant(inn)en und Geflüchtete neue Brisanz
04. April 2020. Die Corona-Pandemie stellt die gesamte Gesellschaft vor riesige Herausforderungen. Speziell Geflüchtete haben es in dieser Situation besonders schwer: Viele von ihnen sind angesichts ihrer Unterbringungssituation dem Virus in besonderer Weise ausgesetzt; die rechtlichen und bürokratischen Verfahren, von denen ihre Zukunft abhängt, können nicht wie bisher fortgeführt werden; Kontaktverbote und Isolation drohen, ihre Integration in die deutsche Gesellschaft merklich zu bremsen.
„Die Caritas begleitet Migrantinnen und Migranten und Geflüchtete seit Langem und auch in dieser Krise. Wir wissen, wie fragil ihr Platz in unserer Gesellschaft ist“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Wir setzen alles daran, dass die Corona-Pandemie die Integration, eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft, nicht zum Erliegen bringt.“
Pragmatische Lösungen notwendig
An vielen Stellen kann mit pragmatischen Anpassungen Abhilfe für die akutesten Probleme geschaffen werden – zum Beispiel, indem Fristen bei den Asylverfahren, welche im Moment unmöglich zu halten sind, von staatlichen Stellen gelockert werden, oder indem der Zugang zu bestimmten Sozialleistungen vereinfacht wird, so Neher weiter. Mit dem letzte Woche verabschiedeten Sozialschutzpaket hat der Gesetzgeber bereits einige Schritte in diese Richtung getan. Pragmatische Lösungen sind auch notwendig, damit EU-Bürgerinnen und EU-Bürger nicht plötzlich mittellos da stehen und gleichzeitig ohne Möglichkeit, in ihr Land zurückzukehren.
Erforderlich wäre auch die Aufhebung von Arbeitsverboten für Schutzsuchende. Sie würde ihnen erlauben, in alten und neuen Mangelberufen (zum Beispiel in der Landwirtschaft) der gesamten Gesellschaft einen Dienst zu erweisen, fügt der Caritas-Präsident hinzu.
Dringender Handlungsbedarf bei Unterbringung
Der Deutsche Caritasverband fordert, dass Menschen aus Risikogruppen (Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen) und Familien mit Kindern, die in Großunterkünften leben, unverzüglich aus diesen umverteilt und in kleineren kommunalen Unterkünften, leer stehenden Hotels oder Appartements untergebracht werden. Hygiene- und Abstandsregeln können in Großunterkünften, in denen Küchen und Sanitäreinrichtungen geteilt werden, nur sehr schwer oder nicht eingehalten werden.
Hindernisse für die Integration
Geflüchtete können zu ehrenamtlichen Patinnen und Paten, die eine herausragende Rolle bei der Integration spielen, nur noch per Telefon oder online Kontakt haben. Auch die Schließung von Kitas und Schulen stellt für die Integrationsbemühungen spürbare Hindernisse dar. Kinder, die mehrere Wochen lang kein oder wenig Deutsch hören und sprechen, und für die der virtuelle Unterricht schwierig zu organisieren ist, drohen in der Schule abgehängt zu werden. Innerhalb der Caritas gibt es auf lokaler Ebene zahlreiche Angebote und Initiativen, die sich auf die neuen Herausforderungen anpassen, zum Beispiel mit Hausaufgabenhilfe per Messenger-Dienst. „Mit großem Pragmatismus und Engagement tun Haupt- und Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe alles, damit die Integration nicht zum Stehen kommt“, so Neher. Wir sehen übrigens auch, dass Geflüchtete sich vielerorts selbst engagieren, zum Beispiel in der Nachbarschaftshilfe für Risikogruppen.
Lesen Sie hier mehr zum Engagement im Migrationsbereich in Zeiten von Corona.
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Pressestelle
Redaktion:
Mathilde Langendorf (Verantwortlich)
Pressesprecherin
Geflüchtete in Griechenland sind mehr denn je auf schnelle und unbürokratische Hilfe angewiesen
„Lassen Sie uns in diesen schwierigen Zeiten nicht diejenigen vergessen, die auf der Flucht sind“
26. März 2020. „Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor enorme Herausforderungen und erfüllt viele Menschen berechtigterweise mit großer Sorge. Lassen Sie uns aber in dieser schwierigen Zeit nicht diejenigen vergessen, die fast alles verloren haben und auf der Flucht sind“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Insbesondere für die Menschen in den Lagern auf den griechischen Inseln, stellt die Pandemie auch eine enorme Gefahr dar. Die hygienischen Bedingungen sind in den Lagern verheerend, medizinische Hilfe wird dort kaum gewährt“. „Jetzt kommt es darauf an, kranke Kinder und ältere Menschen, die bereits geschwächt sind, schnellstens aus den Lagern zu evakuieren, bevor es dort zu einer unaufhaltsamen Verbreitung der Krankheit kommt“, merkt der Caritas-Präsident an.
Der Deutsche Caritasverband begrüßt, dass das Bundeministerium des Innern mit Hochdruck daran arbeitet, kranke und hilfsbedürftige Kinder von den griechischen Inseln zu holen. „Das Gebot der Stunde ist hierbei, mehr als noch vor einigen Wochen, möglichst schnell und unbürokratisch zu handeln“, so Neher. Nach der heutigen Abstimmung der Einzelheiten zwischen der EU-Kommission und den zur Aufnahme bereiten Mitgliedstaaten ist es dringend notwendig, keine weitere Zeit zu verlieren.
Die Caritas und die Zivilgesellschaft in Deutschland sind bereit, bei der Aufnahme dort zu unterstützen, wo es möglich und notwendig ist. Hilfe vor Ort auf den griechischen Inseln bleibt aber unerlässlich. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, stellt mit seinem Partner Caritas Hellas Nothilfe auf den griechischen Inseln Lesbos und Chios bereit.
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Pressestelle
Redaktion:
Mathilde Langendorf (Verantwortlich)
Pressesprecherin
Mehrsprachige Informationen und Handreichungen zur Coronapandemie

Informationen zur Corona-Warn-App in 21 Sprachen:
https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus/zurueck-in-den-alltag-die-corona-warn-app-fuer-deutschland-1760870
Jede und jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten dazu beitragen, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen vor dem Coronavirus zu schützen. Ein langsamerer Verlauf ist notwendig, um die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten. Die Politik hat Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus‘ zu bremsen und die wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Die Bundesregierung informiert über den aktuellen Stand zum Coronavirus auf verschiedenen Kanälen und in verschiedenen Sprachen.
https://www.integrationsbeauftragte.de/ib-de/amt-und-person/informationen-zum-coronavirus
Sachliche Informationen und Hygienetipps, auch als Piktogramme:
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html
Neues Coronavirus SARS-CoV-2, Informationen und praktische Hinweise in vielen Sprachen:
http://corona-ethnomed.sprachwahl.info-data.info/
Infomaterial, erstellt vom Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.:
https://www.frnrw.de/themen-a-z/informationen-zum-coronavirus.html
Informationen zum Schulbetrieb in NRW:
https://www.schulministerium.nrw.de/
Täglich aktualisierte Infos:
https://handbookgermany.de/de.html
„Wir müssen die Kinder, die auf den griechischen Inseln leiden, schnell rausholen“
Caritas-Präsident Neher im Vorfeld des EU-Innenministertreffens
Berlin, 04. März 2020. Die Caritas appelliert dringend an die Innenministerinnen und –minister der EU, die sich heute treffen, sich schnell auf die Aufnahme von geflüchteten Kindern und Jugendlichen von den griechischen Inseln zu einigen. Zudem stellt Caritas international 100.000 Euro bereit für Nothilfemaßnahmen vor Ort.
„Die Forderung stellen wir schon länger, aber die dramatische Lage und die zunehmende Gewalt insbesondere auf Lesbos machen sie umso dringlicher“, so Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. „Die Sicherheit und die Gesundheit der geflüchteten Kinder sind auf den griechischen Inseln absolut nicht gewährleistet – das trifft auf alle zu, die sich dort aufhalten, aber für die Kinder hat es besonders gravierende Folgen.“
Neher begrüßt die Bereitschaft von Bundesinnenminister Horst Seehofer, bei seinen EU-Kolleginnen und Kollegen für die Aufnahme der geflüchteten Kinder und Jugendliche zu werben, die sich auf den griechischen Inseln befinden. „Eine Lösung mit 27 Ländern wird es vermutlich nicht geben, aber wenn einige bereitwillige Länder mitmachen, wäre schon sehr viel geholfen“, so der Caritas-Präsident. „Die Europäische Union muss sichtbar machen, auf welchen Werten sie gründet.“ Aus Sicht der Caritas dürfen die Kinder nicht von ihren Familien getrennt werden. Nicht nur in Deutschland haben mehrere Kommunen und Organisationen ihre Bereitschaft signalisiert, Menschen aufzunehmen. Die Caritas wird die Aufnahme im Rahmen ihrer Einrichtungen und Dienste aktiv unterstützen. „Klar ist aber“, betont Neher, „dass diese begrenzte Aktion die europäische Flüchtlingsfrage nicht lösen wird. Die freigewordenen Plätze, werden schon bald durch nachkommende Menschen besetzt werden.“
Das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, Caritas international, wird zudem vor Ort auf den Inseln Lesbos und Chios sowie am Grenzfluss Evros, wo die Flüchtlinge auf der türkischen Seite ausharren, in den kommenden Tagen mit Nothilfemaßnahmen beginnen. Die Caritas wird hierfür 100.000 Euro bereitstellen.
Unabhängig von diesen Schritten muss Griechenland weiterhin unterstützt werden, damit das Land den Geflüchteten menschenwürdige Lebensbedingungen bietet und die Wahrnehmung ihrer Grundrechte erlauben kann.
Die Umstände in Syrien, insbesondere in und um Idlib, und in Afghanistan, wo die meisten Menschen an der türkisch-griechischen Grenze herkommen, sind verantwortlich für die aktuelle Situation. „Seit Jahren wird beispielsweise das Ende der terroristischen Attacken in Afghanistan und des Krieges in Syrien angemahnt; die politischen Aktivitäten dazu sind eindeutig zu wenig“, so Neher, „da sind aber die Probleme und da müssen sie von der Politik, auch von der EU, angepackt werden“.
Links:
https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/europa/griechenland/fluechtlingshilfe-griechenland
https://www.caritas.eu/a-humane-reaction-is-urgently-needed-at-greek-turkish-border/.
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Pressestelle
Redaktion:
Mathilde Langendorf (Verantwortlich)
Pressesprecherin
Flüchtlingsrat NRW fordert Menschenschutz statt Grenzschutz
Pressemitteilung des Flüchtlingsrats NRW e. V.
Der Flüchtlingsrat NRW kritisiert die in verschiedenen Medien am 3. März 2020 zitierten Aussagen der nordrhein-westfälischen Landesregierung anlässlich der Zuspitzung der humanitären Notlage an der griechisch-türkischen Grenze, an der schutzsuchende Menschen als Spielball der Machtkämpfe zwischen der EU und dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan missbraucht werden.
Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul betonte die bereits zugesagte Bereitschaft NRWs, „das Engagement des Landes für die Frontex-Grenzeinheiten der Europäischen Union zu verdoppeln“ und würde angesichts der aktuellen Lage sogar noch darüber hinauszugehen. Damit rechtfertigt die Landesregierung nicht nur die gewaltsame Abwehr von Schutzsuchenden an der griechischen EU-Außengrenze in den vergangenen Tagen, sondern möchte dieses Vorgehen auch noch aktiv unterstützen.
„Der Vorstoß von Minister Reul verdeutlicht die absurde Prioritätensetzung, der jeder Blick auf die Schutzsuchenden als notleidende Menschen fehlt, “, so Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW. „Dabei muss gelten: Nicht die Grenzen, sondern die Menschen schützen.“
Vom nordrhein-westfälischen Flüchtlingsminister Dr. Stamp fordert der Flüchtlingsrat NRW deshalb eine klare Positionierung gegen die Äußerungen seines Amtskollegen Reul und ein deutliches Bekenntnis zum Flüchtlingsschutz. Er war in den gleichen Artikeln lediglich damit zitiert worden, vor der offiziellen Schaffung eines humanitären Korridors in Syrien und einer zusätzlichen Aufnahme von Schutzsuchenden zu warnen, da damit eine falsche Botschaft gesendet würde. „Schon 2015 habe der Fehler nicht in der humanitär nötigen Aufnahme von Flüchtlingen aus Ungarn bestanden, sondern in der anschließenden Kommunikation, die von vielen als generelle Einladung missverstanden worden sei.“
Für eventuelle Rückfragen stehen wir unter der angegebenen Telefonnummer zur Verfügung.
Jenny Brunner, Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen e.V.
Geschäftsstelle des Flüchtlingsrats NRW e. V.
Wittener Straße 201
D-44803 Bochum
Tel.: 0234/5873156
Fax: 0234/58731575
info@frnrw.de
www.frnrw.de
Caritas baut Arbeit in Griechenland aus und fordert schnelle Lösung zur Aufnahme von Geflüchteten
Caritas-Präsident Peter Neher: „Europäische Werte werden an den Grenzen Europas mit Füssen getreten“
Berlin, 02. März 2020. „Die Szenen, die sich insbesondere an der türkisch-griechischen Grenze abspielen, sind dramatisch. Bei allen diplomatisch-politischen Überlegungen tritt völlig in den Hintergrund, dass es sich hier um Menschen handelt“, so der Caritas-Präsident. „Diese Menschen mussten alles zurücklassen und harren jetzt in der Kälte aus, werden mit Tränengas abgewehrt und wissen einfach nicht weiter. Ihre Instrumentalisierung durch die türkische Führung verurteilen wir aufs Schärfste. Der zunehmenden Entmenschlichung von Flüchtlingen muss Einhalt geboten werden.“
Es ist dringend notwendig, vor Ort auf den Routen zur Grenze und an der Grenze selbst, wo sich zunehmend viele Menschen sammeln, Hilfe in Form von Lebensmitteln, Unterkunft und gesundheitlicher Versorgung zu leisten. Das gebietet die Humanität. Dabei brauchen Griechenland und Bulgarien alle Unterstützung ihrer europäischen Partner.
Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, wird angesichts der neuen Situation seine Arbeit insbesondere auf den Inseln Lesbos und Chios weiter verstärken und ausbauen. Dorthin werden vermehrt Menschen kommen und damit den bestehenden Druck auf den Inseln weiter erhöhen. Vor allem diese Neuankommenden müssen schnell versorgt werden. „Die offiziellen Camps können diese Aufgabe schon lange nicht mehr nachkommen“, sagt der Caritas-Präsident. Sie sind bereits um das bis zu Zehnfache überbelegt. Der Hilfebedarf ist bereits jetzt enorm und wird weiter steigen, da dort jegliche Infrastruktur fehlt. Caritas international kümmert sich auf den Inseln Lesbos und Chios vor allem um die psychologische Betreuung der Menschen, gibt rechtliche Beratungen und organisiert medizinische Hilfe.
„Die EU-Länder müssen mit Hochdruck unter anderem mit der Türkei an nachhaltigen Lösungen für die Flüchtlinge arbeiten. Außerdem müssen sich die EU-Länder, die dazu bereit sind, zur Aufnahme von Geflüchteten verpflichten – denn es sieht bedauerlicherweise nicht danach aus, als würde es die so lange ersehnte gesamteuropäische Lösung für eine Verteilung der Geflüchteten in der EU geben“, so Neher weiter. Insbesondere die besonders schutzbedürftigen Menschen, allen voran die Kinder und ihre Eltern, müssen aufgenommen werden. „In Deutschland gibt es viele Kommunen und Organisationen, die sich zur Aufnahme geflüchteter Menschen bereit erklärt haben.“
Herausgegeben von
Deutscher Caritasverband e.V.
Pressestelle
Redaktion:
Mathilde Langendorf (Verantwortlich)
Pressesprecherin
Fast 1 Million Menschen in der Idlib-Region auf der Flucht
Mehr als 90 Prozent der Syrien-Hilfe fehlen

Im Nordwesten Syriens verschärfen die anhaltenden Kämpfe und der Winter die Lage der Menschen vor Ort, warnt die UNO-Flüchtlingshilfe, nationaler Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Fast eine Million Menschen sind in der Region Idlib auf der Flucht, doch Hilfskräfte haben nicht immer Zugang zu den Betroffenen. Die Hilfsmaßnahmen in ganz Syrien sind weiterhin unterfinanziert: Bislang sind nur neun Prozent der benötigten Gelder eingetroffen.
Mitte März nähert sich der neunte Jahrestag vom Beginn des Syrienkrieges. Frieden ist weiterhin nicht in Sicht. Viele Flüchtlingsfamilien leben beispielsweise in notdürftig zusammengebauten Häusern, die wenig Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit bieten. Gleichzeitig spitzt sich in der Folge die Situation an den griechischen Grenzen weiter zu. Der UNHCR ist in der gesamten Region vor Ort und koordiniert mit anderen Organisationen humanitäre Hilfe für die Menschen.
„Bald neun Jahre Krieg und ein Teufelskreis aus Gewalt, Flucht und Vertreibung raubt den Menschen die Hoffnung. Hinzu kommt der Winter. Es bleibt daher der Appell, die Menschen in Syrien und den Nachbarländern nicht im Stich zu lassen“, fasst Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, zusammen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe wird mit den aktuellen Kampfhandlungen im Norden voraussichtlich steigen. Auch die Fluchtbewegungen halten an: Die Türkei beispielsweise beherbergt weiterhin die größte Anzahl von Flüchtlingen weltweit, mit fast 4,1 Millionen Flüchtlinge, darunter 3,7 Millionen Syrer.
Die Lage in Griechenland ist zudem angespannt. „Die Ungewissheit für die Menschen, wie und wo es weitergeht, und der Winter zermürben die Menschen, die oft eine strapaziöse Flucht hinter sich haben. Die Flüchtlinge und die betroffenen Länder dürfen wir nicht im Stich lassen, es braucht gesamteuropäische Solidarität und Unterstützung“, fordert Ruhenstroth-Bauer abschließend.
Unterstützungsmöglichkeiten unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de
- « Vorherige Seite
- 1
- …
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- …
- 74
- Nächste Seite »

